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Opferberatungsstellen für Betroffene rechter Gewalt legen Halbjahresstatistik vor

Rechte Angriffe erneut auf hohem Niveau.

Die Opferberatung für Betroffene rechter Gewalt des RAA Sachsen e.V. erhielt von Januar bis Juni 2009 Kenntnis von 84 rechten Übergriffen im Freistaat Sachsen. Zusätzlich wird nach wie vor von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen werden. Die Beratungsstellen für Betroffene rechter Gewalt zählen keine Propaganda- oder Beleidigungsdelikte, sondern ausschließlich Gewaltdelikte.

Die größte Anzahl von Angriffen richtete sich gegen nicht-rechte oder alternative Jugendliche (44), weil sie sich der in vielen Regionen Sachsens bestehenden Dominanz rechter Jugendlicher nicht anpassen wollen. In 20 Fallen waren die Angriffe rassistisch motiviert. In 17 Fällen richteten sich die Angriffe gezielt gegen politisch Aktive, die sich gegen Rechtsextremismus engagieren.

In fast zwei Drittel der Angriffe handelte es sich primär um Körperverletzungsdelikte (52) von denen insgesamt 137 Personen direkt betroffen waren.

Schwerpunkte der verübten Angriffe im Verhältnis zur Einwohner_innenzahl bildeten im 1. Halbjahr 2009 die Landkreise Nordsachsen, Leipzig und Zwickauer Land, gefolgt von den Städten Leipzig und Dresden.

Dazu erklärt Grit Armonies, Projektkoordinatorin der Opferberatungsstellen des RAA Sachsen e.V.: „Nahezu jeden zweiten Tag werden in Sachsen Personen aufgrund einer rechtsextremen Tatmotivation zum Teil ernsthaft verletzt. Und das nur, weil sie nicht in das menschenverachtende Weltbild der Täter_innen passen oder weil sie einfach nur nicht rechts sein wollen. Alarmierend ist die Zahl von Angriffen, welche sich gegen Personen richten, die sich ehrenamtlich oder auch beruflich gegen Rechtsextremismus engagieren. Eine demokratische Gesellschaft darf dies nicht dulden. Diese Übergriffe verlangen unbedingt ein gesamtgesellschaftliches Engagement gegen rechtsextreme Einstellungen, für Toleranz und Zivilcourage. So sind Bund, Länder und Kommunen gefordert, Initiativen und Projekte gegen Rechts weiterhin zu fördern. Aber auch der Einzelne darf bei rechten Übergriffen nicht wegschauen.“

Die detaillierte Halbjahresstatistik der sächsischen Opferberatungsstellen finden sie an dieser Stelle zum Download.

Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Mitarbeiter_innen der einzelnen Büros der Opferberatung
Dresden [0351 889 41 74 / 0172 974 12 68 / opferberatung.dresden@raa-sachsen.de]

Quelle: RAA Sachsen (06.08.09)

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