Soziales

Dresden spart weiter bei der Jugendhilfe

Der Arbeitskreis Kritische Soziale Arbeit hat angesichts geplanter Kürzungen einen offenen Brief an die Bürgerinnen und Bürger der Stadt geschrieben. Es scheint wie ein letzter Appell an die Vernunft der Sächsischen Regierung. Mit der mittlerweile zweiten drastischen Kürzung im Sozialbereich innerhalb von zwei Jahren stehen zahlreiche Projekte zur Verbesserung der Lebensbedingungen junger Menschen in Dresden vor dem Aus. Während in den Bereichen Straßenbau und Kindertagesstätten die Investitionen noch einmal erhöht wurden, soll in der Jugendhilfe allein in der Landeshauptstadt rund eine Millionen Euro eingespart werden. Von den Kürzungen betroffen sind vor allem die kleineren Einrichtungen der Stadt, da diese oft keinen der bekannten großen Träger hinter sich haben, der auch in der Lage ist, ausbleibende staatliche Transferleistungen zu überbrücken.

In Dresden klagt der Jugendhilfeausschuss schon seit längerer Zeit über den steigenden Rückgang von Fördergeldern für die Jugendhilfe. Trotzdem ist es für die Mitglieder des Ausschusses nicht möglich, auf die im Vorfeld getroffenen finanziellen und fachlichen Entscheidungen Einfluss zu nehmen. So sei es inzwischen so, dass jeder junge Mensch für Freizeitaktivitäten wie Ausflüge und Ferienlagerfahrten selbst zu zahlen hat, da der öffentliche Haushalt nicht angerührt werden sollen. Während sich die schwarz-gelbe Regierungskoalition, sowohl im Bund als auch im Freistaat Sachsen, die Konsolidierung des Haushaltes und die Reduzierung der Staatsverschuldung zum Ziel gesetzt hat, wird die Lage für sozial Benachteiligte gerade junge Menschen immer prekärer. Seit mehreren Monaten werden im Land wie auch in der Stadt Dresden die Gelder für Jugendhilfe zusammengestrichen. Eine der Ursachen für die vor allem im sozialen Bereich getroffenen Sparmaßnahmen sind gesunkene Steuereinnahmen und weniger Gelder aus dem Länderfinanzausgleich.

Die Jugend, so der Arbeitskreis in seinem Brief, wird mit den geplanten Kürzungen in der Jugendhilfe und der damit einhergehenden Privatisierung rechtsverbindlicher staatlicher Aufgaben in einem Maße belastet, dass sie keine positive Zukunft mehr haben kann.

Beispiel für ein von den Kürzungen betroffenes Projekt in Dresden-Trachau: Jugendhilfe – Dresdner Urgestein bedroht

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *