NewsFeature

10 Jahre addn.me sind nicht genug

Seit gut einem Jahr gab es aus verschiedensten Gründen keine Neuigkeiten mehr auf addn.me. Wir haben uns nach 10 Jahren eine Verschnaufpause gegönnt und uns gleichzeitig gefragt, was uns 2008 motiviert hatte, dieses Projekt auf die Beine zu erstellen. Damals war es vor allem das Fehlen an Informationen über Ereignisse in Dresden und dessen Umgebung, die in den großen regionalen Presseerzeugnissen entweder gar nicht zu finden waren oder über die mindestens fragwürdig berichtet wurde. So konnten wir, kurz nachdem die Seite online ging, über die rassistischen Angriffe nach dem EM-Halbfinalspiel zwischen Deutschland und der Türkei in der Dresdner Neustadt berichten. Während in den Boulevardblättern nach einem organisierten und koordiniertem Angriff auf Döner-Lokale durch rechte Hooligans und Nazis von „Döner-Krawallen“ zu lesen war, hatten wir gleich zu Beginn über die rassistischen Hintergründe der Tat berichtet. Diese Situation hat sich auch heute nicht grundlegend geändert. Die Berichterstattung unter dem Eindruck von gesellschaftlichem Rechtsruck und Rechtsdruck ist wenig ausgeglichen, was sich insbesondere an der kaum noch vorhandenen Rezeption rechtsmotivierter oder rassistischer Übergriffe zeigt.

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Top Themen:
Antifa

Gedenkaktionen für Todesopfer rechter Gewalt

Am 17.04.2019 fanden in ganz Sachsen Aktionen im Gedenken an Todesopfer rechter Gewalt statt. Aufgerufen dazu hatte die überregionale Vernetzung „Wasteland“. Als Anlass nannte das Bündnis in seiner Pressemitteilung den ersten Todestag des in Aue vor einem Jahr ermordeten Christopher W. Er ist das offiziell 17. Todesopfer rechter Gewalt in Sachsen. Auch in Dresden beteiligten sich mit der „Undogmatischen radikalen Antifa“ (URA) eine Gruppe an den landesweiten Gedenkaktionen. Bereits am 6. April 2019 wurde mit verschiedenen Aktionen dem 1991 in Dresden ermordeten, mosambikanischen Gastarbeiter Jorge Gomondai gedacht, der 1991 von Nazis aus einer fahrenden Bahn geworfen worden war. Er war das erste Todesopfer rechter Gewalt in Sachsen nach der Wende.

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Nazis

Nazis feiern Hitlergeburtstag in Neustädter Bar

In der vergangenen Nacht feierten cirka 30 Nazis in der „My Bar24“ in der Äußeren Neustadt den Geburtstag Adolf Hitlers. Bereits um Mitternacht kam es dabei wiederholt zu Hitlergrüßen und „Sieg Heil“-Rufen. Nachdem eine Gruppe junger Menschen wenig später eine Box auf den Scheunevorplatz gegenüber aufstellte, um damit Musik abzuspielen, versuchte eine kleine Gruppe von Nazis aus der Bar heraus die Jugendlichen zu stören und anzugreifen. In Folge des versuchten Angriffs wurden die Nazis mit Steinen und Flaschen attackiert.

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Nazis

Rassistischer Übergriff in der Straßenbahn

In der Nacht zum Mittwoch hat ein Mann in der Straßenbahn mehrere Menschen rassistisch beleidigt und angegriffen. Wie die Polizei mitteilte stieg der Mann am Albertplatz in die Straßenbahn Richtung Gorbitz. An der Haltestelle begann er mehrere Personen zu beschimpfen, darunter zwei syrische Frauen, die er rassistisch beleidigte. Der Mann konnte bereits namentlich ermittelt werden. Es handelt sich um einen 29-jährigen Deutschen.

Freiräume | Soziales

Bündnis demonstriert für progressive Verkehrswende

Am Montagnachmittag demonstrierten über 600 Menschen für eine progressive Verkehrswende und gegen den Klimawandel in Dresden. Das Bündnis „Verkehrswende Dresden“ hatte dazu unter dem Motto „Verkehrswende selber machen!“ um 15.30 Uhr zum Jorge-Gomondai-Platz in der Äußeren Neustadt aufgerufen. „Uns geht es bei dieser Aktion und unserem Bündnis darum, Druck auf die Stadtpolitik auszuüben, endlich eine Verkehrswende auch für Dresden einzuleiten und keine weitere rückwärtsgewandte Verkehrspolitik zu betreiben“, sagte Karl Lampke von „Verkehrswende Dresden“ zur Motivation der Demonstration im Feierabendverkehr. Seit Monatsbeginn organisiert die Gruppe VerkehrswendeDD regelmäßig eine gemeinsame Fahrradfahrt von der Neustadt zur TU-Dresden. Daran schließen sich täglich bis zu 60 Menschen an. Treffpunkt ist Montag bis Freitag um 8.40 Uhr der Jorge-Gomondai-Platz.

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Nazis

Brandanschlag auf vietnamesischen Gemüseladen

In der Nacht zum Samstag haben Unbekannte nach Polizeiangaben das Verkaufszelt eines vietnamesischen Gemüseladens in der Lockwitzer Straße im Stadtteil Strehlen in Brand gesetzt. Dabei kam es zu schweren Schäden am Laden und dem damit verbundenen Mehrfamilienhaus, Menschen wurden glücklicherweise nicht verletzt. Laut Polizei liegen bisher keine Angaben zur Höhe des Sachschadens vor. Ein rassistisches Tatmotiv kann zum aktuellen Zeitpunkt nicht ausgeschlossen werden. In den vergangenen Monaten konnten in Strehlen vermehrt rechte Sticker und Sprühereien festgestellt werden. Erst in der vergangenen Woche war eine Frau in einem Bus am Wasaplatz rassistisch beleidigt und tätlich angegriffen worden.

Nazis

Frau nach Übergriff in Radebeul verletzt

Bei einem offenbar rassistisch motivierten Angriff wurde bereits am 6. April in Radebeul eine 35 Jahre alte Frau aus einer Gruppe heraus verletzt. Dies geht aus einer Mitteilung der Polizei hervor, die am Montag veröffentlicht wurde. Demnach sei die Frau unmittelbar nachdem sie gegen 22 Uhr an der Haltestelle Gerhart-Hauptmann-Straße aus einem Ersatzbus der Linie 4 in Richtung Weinböhla ausgestiegen war, von vier Männern und einer Frau angegriffen wurden. Bei der Attacke wurde die Frau so sehr verletzt, dass sie sich am Folgetag in ärztliche Behandlung begeben musste.

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Antifa

Kritik an Übernahme von AfD-Falschmeldungen durch Lokalpresse

Am vergangenen Dienstag, den 09.04.2019, machten am Nürnberger Ei in der Dresdner Südvorstadt rund ein Dutzend Antifaschistinnen und Antifaschisten auf die rassistischen Inhalte der Alternative für Deutschland (AfD) aufmerksam. In den Mittagsstunden wurde dazu ein AfD-Infostand mit „Refugees Welcome“-Klebeband abgesperrt und mit Kreidespray auf dem Fußweg als „Tatort Rassismus“ markiert. Zusätzlich wurde mit einem Banner mit der Aufschrift: „Antifaschismus bleibt notwendig“ versucht, die vorbeilaufenden Passantinnen und Passanten auf ihre Aktion aufmerksam zu machen.

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News

Gemeinsam mit Studierenden: Fünfte „Fridays for Future“-Demonstration in Dresden

Die Dresdner Regionalgruppe der weltweiten „Fridays for Future“-Bewegung rief am 12. April 2019 zur fünften Demonstration in die Landeshauptstadt. An dem von Schülerinnen und Schülern organisierten Demonstrationszug nahmen am Freitag über eintausend Menschen teil. Erstmals beteiligten sich auch Studierende mit einem eigenen Aufruf und einer Kundgebung an den Klimaprotesten.

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Nazis

Rassistischer Übergriff in Strehlen

Wie die Polizei am Montag mitteilte, wurde am Sonntagnachmittag einer 39 Jahre alten Frau in einem Bus der Linie 61 nach rassistischen Beleidigungen ein Kaffeebecher aus der Hand geschlagen. Der Vorfall ereignete sich auf der Fahrt vom Wasaplatz zur Schillingstraße. Die Polizei sucht nun nach Hinweisen auf die ältere Angreiferin mit grell-blond gefärbten Haaren, welche zum Zeitpunkt der Tat eine dunkle Hose, sowie ein graues Oberteil getragen haben soll. Hinweise auf die Täterin nimmt die Polizei unter der 0351-4832233 entgegen.

Antifa | Soziales

2.000 Menschen demonstrieren gegen geplante Gesetzesreform

Am Montag Abend sind knapp 2.000 Menschen einem Aufruf der Initiativen „Polizeigesetz stoppen“ und „Sachsens Demokratie“ gefolgt und haben gegen das geplante neue sächsische Polizeigesetz demonstriert. Seit nunmehr einem Jahr trugen die Initiativen das Thema in vielfältiger Weise durch Straßentheater, Diskussionsveranstaltungen, Filmvorführungen, Infotischen und mehreren großen Demonstrationen in die Öffentlichkeit. Ungeachtet der Proteste soll das Gesetz bereits am Mittwoch im Sächsischen Landtag verabschiedet werden. Um auf die Verknüpfungen von Polizeigesetz, Rechtsruck, strukturellem Rassismus und autoritärem Verständnis innerhalb der Polizei aufmerksam zu machen, fand die Demonstration am Montag statt und wurde auch unter dem Hashtag #Pegizeigesetzstoppen beworben. Dies wurde auch auf den vielfältigen Transparenten zum Ausdruck gebracht, welche die Demonstrantinnen und Demonstranten mit sich trugen. So war auf einem großen Banner  „Pegida hat eine Nummer: 110“ zu lesen. Vom Ausgangspunkt führte die Demonstration vom Albertplatz in der Neustadt über die Albertstraße zunächst bis zur Schießgasse, wo die erste Zwischenkundgebung an der hiesigen Polizeidirektion abgehalten wurde. Über die Wilsdruffer Straße ging es anschließend vorbei an PEGIDA, die ihre Kundgebung hinter einer Mauer aus Deutschlandfanen abhielten, bis zum Postplatz, wo die kurz gehaltene Abschlusskundgebung stattfand. Hunderte von Luftballons mit der Aufschrift „Das sächsische Polizeigesetz zum Platzen bringen“ begleiteten die Demonstration und wurden am Ende gemeinsam symbolisch zum Platzen gebracht.

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