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Gedenken an den 9. November in Dresden

Welche politische Rolle die Dresdner Polizei in der zurückliegenden Zeit gespielt hat, ist hinlänglich bekannt. Ein Sahnestück polizeilicher Einflussnahme zeigt ein neuerlicher Vorfall bei den lokalen Gedenkveranstaltungen in Erinnerung an den 79. Jahrestag der Pogrome im November 1938, als hunderte Menschen jüdischen Glaubens starben und zehntausende in Konzentrationslager deportiert wurden. Anders als bei der Alternative für Deutschland (AfD), bei der sich die Polizei in der Vergangenheit sogar schützend vor aufgestellte Kerzen gestellt hatte, bewiesen zwei Dresdner Beamte erneut ihr Fingerspitzengefühl, als sie eine Gruppe von Menschen aufforderten, mehrere der an Stolpersteinen aufgestellten Gedenklichter zu löschen, da sie eine Gefahrenquelle darstellten.

Nichtdestotrotz konnten im gesamten Stadtgebiet eine Reihe von Erinnerungsveranstaltungen und Mahnwachen auch ohne Probleme stattfinden. Während sich in der Äußeren Neustadt mehr als 100 Menschen an einem abendlichen Gedenkrundgang beteiligten, hatte eine Vielzahl von Menschen den Tag zum Anlass genommen, um einen Großteil der Stolpersteine zu putzen und zugleich an die dort einst lebenden Jüdinnen und Juden zu erinnern. Bereits am Nachmittag hatten sich an der Gedenkstele für die 1938 von den Nazis an gleicher Stelle zerstörte Semper-Synagoge etwa 100 Menschen versammelt und Kränze niedergelegt. Zuvor hatte Nora Goldenbogen, die Vorsitzende des Landesverbandes Sachsen der Jüdischen Gemeinde, im Beisein von Dresdens Erstem Bürgermeister Detlef Sittel (CDU), daran appelliert, die Ereignisse nicht zu vergessen.

Wie schon im vergangenen Jahr zeigten in den Abendstunden erneut Personen aus dem Umfeld von PEGIDA mit einem Autokorso ein ganz eigenes Verständnis über den Umgang mit dem 9. November. Mit Deutschlandfahnen fuhren sie hupend und von der Polizei geduldet durch die Dresdner Innenstadt. Erneut kam es dabei kurzfristig zu einer spontanen Blockade von einem dutzend Menschen, die sich dem Fahrzeugkonvoi auf der Wilsdruffer Straße entgegenstellten. Wie im Fall der Gedenklichter kurze Zeit später zeigte sich die Dresdner Polizei auch hierbei wenig einsichtig und ging teilweise rabiat gegen die Blockiererinnen und Blockierer vor. Es verwundert dennoch kaum, dass beide Vorfälle abgesehen von einem „Gespräch“ keine Konsequenzen für die beteiligten Beamten nach sich zogen.

Weiterer Artikel: Das Gedenken am 09. November in Dresden

Kommentare

  1. Liebe Redaktion, gibt es für den im ersten Absatz beschriebenen Vorfall Quellen oder Nachweise? Das wäre wichtig zu wissen, um nicht nur in unserer Bubble etwas in der Hand zu haben. Bin für Infos dankbar.

  2. ich sagt:

    ähm, einfach mal dem mdr-link im letzten Absatz folgen, da wird auch auf einige weitere Quellen verwiesen

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