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GEPIDA ruft erneut zu Gegenprotesten auf

29. November 2015 - 17:25 Uhr

Wenn am Montagabend erneut Tausende bei PEGIDA auf dem Theaterplatz erwartet werden, wurde parallel dazu für 17.30 Uhr eine Gegenveranstaltung auf dem Postplatz angemeldet. Nach der Auftaktkundgebung soll es über den Schloßplatz, und dem Terrassenufer weiter bis zum Sächsischen Landtag gehen. Die Demonstration soll schließlich vor dem Neustädter Bahnhof enden. In ihrem Aufruf appellieren die Veranstalterinnen und Veranstalter an die Verantwortlichen in Stadt und Land, sich nicht nur „mit den volksverhetzenden Inhalten der Pegida-Redner auseinanderzusetzen“, sondern sich gleichzeitig auch „dem Rassismusproblem in breiten Teilen der sächsischen Bevölkerung bewusst zu werden“. Zum nun bereits sechsten Mal ruft GEpIDA (Genervte Einwohner protestieren gegen Intoleranz Dresdner Außenseiter) die Bevölkerung Dresdens dazu auf, sich dem Protest anzuschliessen und ihn kreativ zu unterstützen.

Während bei PEGIDA wie üblich Vertreter der Presse körperlich attackiert wurden, war die Polizei in der vergangenen Woche gegen die Gegenproteste vorgegangen. Obwohl zu Beginn mit der Einsatzleitung vereinbart worden war, wegen befürchteter Angriffe während der Demonstration das Nummernschild des Lautsprecherwagen unkenntlich zu machen, umringten etliche Beamtinnen und Beamte nach dem Ende der Veranstaltung in der Äußeren Neustadt den Lautsprecherwagen wegen des Verdachts der Urkundenfälschung und setzten einen Ordner fest. Die Situation beruhigte sich erst als vor Ort eine „Spontankundgebung gegen Polizeiwillkür“ angemeldet wurde. Im Vorfeld war es einem Bericht von PEGIDA#watch zufolge bei den Gegenprotesten zu Drohungen durch PEGIDA-Klientel gekommen. Insgesamt hatten an der PEGIDA-Veranstaltung mit rund 5.000 Menschen deutlich weniger teilgenommen, als noch in der Woche zuvor.

Er habe sich nie vorstellen können, einmal Angst haben zu müssen, diesen Job zu machen, sagte Überall: „Das kannte ich nur aus autoritären Regimen.“ Frank Überall (DJV) im Deutschlandradio zur Gewalt gegen Journalisten

Wenige Minuten nach dem Beginn des PEGIDA-Aufzuges war es nach Polizeiangaben am Montag im Bereich Sophienstraße/Kleine Brüdergasse zu einem Übergriff auf einen Kameramann des russischen Senders RT gekommen. Der 43-Jährige war dabei leicht verletzt worden und musste anschließend in einem Krankenhaus versorgt werden. Anders als bei ähnlichen Vorfällen in der Vergangenheit gelang es der Polizei jedoch, die Personalien eines 28jährigen Tatverdächtigen sowie zwei seiner Begleiter (26/27) aufzunehmen. Gegen sie wird jetzt wegen Körperverletzung ermittelt. Als Reaktion auf die gestiegene Zahl von Übergriffen hatte in der letzten Woche der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) eine zunehmende Gewalt bei der Berichterstattung über rechtsgerichtete Bewegungen beklagt und dazu aufgerufen, Vorfälle zu melden.

Video von den Gegenprotesten am vergangenen Montag:


Veröffentlicht am 29. November 2015 um 17:25 Uhr von Redaktion in Antifa, Nazis

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