Antifa

Hunderte Menschen protestieren gegen den Einmarsch der türkischen Armee in Syrien

Als Reaktion auf den völkerrechtswidrigen Angriff der türkischen Armee auf die mehrheitlich von Kurdinnen und Kurden bewohnte Region um Afrin im Norden von Syrien, sind am Freitag in Dresden mehrere hundert Menschen auf die Straße gegangen. Vom Hauptbahnhof aus zogen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am frühen Abend nach einer Auftaktkundgebung auf dem Wiener Platz über den Altmarkt, die Augustusbrücke auf die Neustädter Elbseite, wo die Demonstration schließlich am Alaunpark mit einer Abschlusskundgebung beendet wurde. Bei der türkischen Militäroffensive starben nach bislang unbestätigten Angaben der syrischen Menschenrechtsorganisation SOHR mehrere hundert Menschen, darunter auch mindestens 68 Zivilisten.

Unter dem Motto: „Afrin du bist nicht allein! – Stoppt die Waffenexporte und die türkische Kriegspolitik!“ hatte das Internationalistische Zentrum (IZ) im Vorfeld gemeinsam mit dem UTA-Frauenrat und dem Verein „Deutsch-Kurdische Begegnungen“ zur Beteiligung an der Demonstration aufgerufen. In einem vor Ort verteilten Flugblatt wurde der Türkei vorgeworfen, mit deutschen Waffen gegen die kurdische Bevölkerung vorzugehen, die Deutsche Bundesregierung wurde dazu aufgerufen, die Waffenlieferungen an den NATO-Bündnispartner sofort zu stoppen. Neben Sprechchören, die sich vor allem gegen den türkischen Präsidenten Erdoğan und den Einsatz deutscher Waffen richteten, wurde in einem Redebeitrag auch eine Ende der Repression gegen kurdische Vereine und Gruppen gefordert.

Anders als in zahlreichen anderen deutschen Städten unterließ es die Polizei in Dresden an diesem Tag jedoch, gegen Fahnen mit Symbolen der kurdischen Selbstverteidigungseinheiten YPG und YPJ vorzugehen. Bereits zuvor hatte das Dresdner Ordnungsamt in seinem Auflagenbescheid das Zeigen der Fahnen unter der Maßgabe gestattet, so lange damit nicht die in Deutschland seit 1993 verbotene kurdisch-marxistischen Arbeiterpartei (PKK) gemeint ist. Statt wie andernorts polizeilicher Repressalien ausgesetzt zu sein, konnte der Demonstrationszug mit zeitweise bis zu 500 Menschen nahezu ungestört durch das Stadtzentrum von Dresden ziehen. Nach dem Ende der Veranstaltung zeigte sich ein Vertreter des IZ gegenüber addn.me angesichts der großen Beteiligung positiv überrascht und kündigte weitere Aktionen an.

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