Antifa

Ladenfassade in Löbtau umgestaltet

In der Nacht auf Samstag kam es anlässlich des Gedenktags an die Opfer des Nationalsozialismus in Löbtau zu einer Kunstaktion, bei der die Schaufenster eines Thor Steinar-Outlets von eine Gruppe aus Künstlerinnen und Künstlern umgestaltet wurde. Mit der Aktion wollte die Gruppe nach eigener Darstellung den Ort zu einer temporären Gedenkstätte für die Opfer des Faschismus machen. Der 27. Januar ist seit 1996 ein bundesweiter Gedenktag, um damit an die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau und der beiden anderen Konzentrationslager Auschwitz durch die Rote Armee wenige Monate vor Kriegsende zu erinnern. Die Vereinten Nationen (UN) hatten 2005 den 27. Januar um Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust erklärt.

Das unscheinbare Ladengeschäft in der Kesselsdorfer Straße ist eine Vertriebsstelle der vor allem in der rechten Szene beliebten Modemarke Thor Steinar. Auch wenn das Label nach Einschätzung der Gruppe seit Jahren versucht, sich als harmlose Outdoormarke zu präsentieren, dient ein Großteil der Kleidung dazu, direkt und indirekt mit NS-Symbolik zu spielen: „Für uns unterstützt Thor Steinar die Verbreitung einer menschenverachtenden Ideologie und treibt die Normalisierung und Bagatellisierung der Verbrechen des Faschismus maßgeblich voran. Darüber hinaus ist es eine wichtige Geldquelle für die extreme Rechte und bietet immer wieder für Neonazis eine Verbindung von Freizeit- und Politikleben.“

Wie eng die Überschneidung des Outlets mit der lokalen Naziszene ist, zeigt das Beispiel des im Mai 2017 festgenommenen Verkäufers Franz Richter, dem ebenso wie zahlreichen anderen Personen derzeit am Dresdner Landgericht der Prozess wegen der Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung gemacht wird. Richter soll nach Einschätzung des Antifa Recherche Team (ART) Dresden in der Vergangenheit an einer Reihe von organisierten Angriffen auf politische Gegnerinnen und Gegnern beteiligt gewesen sein. Der Umgestaltung des Geschäftes gingen mehrere andere Aktionen voraus. Bereits wenige Wochen nach dessen Eröffnung im Mai 2016 hatten Unbekannte die Außenflächen des Ladens mit weißer Farbe bemalt.

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