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Spontandemonstration gegen Abschottungspolitik

23. April 2016 - 23:42 Uhr

Am frühen Freitagabend versammelten sich am Albertplatz etwa 70 vor allem junge Menschen, um kurz darauf mit einer lautstarken Spontandemonstration an an den in dieser Woche bekannt gewordenen Tod von rund 500 Menschen im Mittelmeer zu erinnern. Übereinstimmend hatten zu Wochenbeginn mehrere Überlebende dem UNHCR davon berichtet, dass in der Woche zuvor ein mit hunderten Geflüchteten besetztes Schiff auf dem Weg von Libyen nach Griechenland sank. Von den Menschen an Bord sollen nur 41 den Untergang des völlig überladenen Schiffes überlebt haben. Über die Alaunstraße lief der spontane Umzug die Alaunstraße entlang bis zum Kunsthof, wo sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer schließlich zerstreuten. Abgesehen von einigen wenigen Pöbeleien aus Fenstern, zeigten sich viele der Menschen am Rande solidarisch mit dem Anliegen der Demonstration.

In den parallel dazu verteilten Flugblättern wurde nicht nur die derzeitige gesamteuropäische Politik der Abschottung gegenüber Geflüchteten, sondern zugleich die Teilnahmslosigkeit der Bevölkerung vor dem Hintergrund des täglichen Sterbens an den europäischen Außengrenzen kritisiert. Nach dem im März beschlossenen Deal mit dem Erdoğan-Regime in der Türkei und ähnlichen für die Zukunft geplanten Abkommen mit Diktaturen und Despoten in Afrika, warfen sie der Bundesregierung eine menschenverachtende Form der Politik vor. Anstatt Fluchtursachen nachhaltig zu bekämpfen, die Zustände in den Lagern zu verbessern und legale Möglichkeiten der Einreise zu schaffen, zielen die aktuellen politischen Maßnahmen einzig und allein auf die Menschen ab, die vor Krieg, Folter und Hunger fliehen. „Der angebliche Hort von Demokratie und Humanität“, so die Verfasser abschließend, „ist nur Schein und treibt Menschen sehenden Auges in den Tod!“


Veröffentlicht am 23. April 2016 um 23:42 Uhr von Redaktion in Antifa, Soziales

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