Nazis

Heidenauer NPD-Stadtrat kündigt Aktionen gegen Asylsuchendenunterkunft an

21. August 2015 - 10:52 Uhr

Mehr als 500 Menschen haben am Donnerstag in Heidenau gegen eine an der B172 geplante Unterkunft für Geflüchtete demonstriert. Bereits am Vortag hatten sich vor dem seit zwei Jahren leerstehenden Gebäude etwa 250 Menschen eingefunden. Auf der vor allem in sozialen Netzwerken beworbenen Veranstaltung kündigte der Heidenauer NPD-Stadtrat Rico Rentzsch für Freitag erneut eine Demonstration in der Stadt an und drohte damit „dem Staat morgen ordentlich in die Suppe [zu spucken]“. Bereits für heute hatte die Landesdirektion die Ankunft von 250 Asylsuchenden angekündigt, nach Umbauarbeiten sollen bis zu 600 Menschen in dem Objekt Platz finden.

Nachdem die britischen Besitzer des ehemaligen Praktiker-Baumarktes zwei Jahre lang keinen neuen Mieter für das Objekt finden konnten, waren in dieser Woche Pläne der Landesdirektion Sachsen bekannt geworden, das Gebäude zur Entlastung der Erstaufnahmeeinrichtung in Chemnitz für den Einzug von Asylsuchenden einzurichten. In Chemnitz waren nach den Regenfällen zu Wochenbeginn 420 Menschen aus dem dort eingerichteten Zeltlager evakuiert und in andere Einrichtungen verlegt worden. Aktuell laufen in Heidenau die Planungen zur sozialen und medizinischen Betreuung, einem Wachschutz sowie der Verpflegung der schon heute erwarteten Menschen.

Insgesamt hat Sachsen in den ersten Monaten dieses Jahres mehr als 14.500 geflüchtete Menschen aufgenommen, im Jahr zuvor waren es im gleichen Zeitraum noch 4.900 gewesen. Allein im Juli kamen mehr als 4.000 Asylsuchende in Sachsen an, täglich kämen bis zu 300 hinzu. Bis Jahresende rechnet der Freistaat mit etwa 40.000 Menschen. Da die Erstaufnahmeeinrichtungen mit 6.300 dort untergebrachten Menschen schon jetzt überbelegt sind, kündigte die Sächsische Landesregierung nach einer kurzfristig einberaumten Sondersitzung des Kabinetts am Donnerstag die Schaffung von bis zu 13.500 Erstaufnahmeplätzen und eine finanzielle Unterstützung der Kommunen an.


Veröffentlicht am 21. August 2015 um 10:52 Uhr von Redaktion in Nazis

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