Nazis

Nach den Sprengstoffanschlägen: Antifa lobt Belohnung aus

Wenige Tage nach dem Sprengstoffanschlägen auf die Fatih Camiine-Moschee und das Internationale Congress Center Dresden (ICD) hat eine „Arbeitsgruppe September“ eine Belohnung in Höhe von 5.000 Euro für belastbare Hinweise auf mögliche Täterinnen und Täter ausgerufen. Die Aktion dürfte eine Reaktion auf die Ermittlungen zu den Urheberinnen und Urhebern eines auf der linken Nachrichtenplattform Indymedia am Nachmittag nach der Tat veröffentlichten Bekennerschreibens sein, welches am Mittwochmorgen durch Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) als ersten Ermittlungsansatz im ZDF morgenmagazin zum Thema gemacht worden war.

Obwohl sich die im vermeintlichen Bekennerschreiben aufgeführten Gruppen noch am gleichen Tag von dem Schreiben distanziert und eine Urheberschaft zurückgewiesen hatten, wurden eine von Ulbig ins Spiel gebrachte mögliche Tatbeteiligung durch Personen des linken politischen Spektrums für mindestens einen Tag zum Thema in allen Nachrichtenredaktionen. Das verwundert kaum, schließlich war zuvor nicht nur vergessen worden, Sachsens Innenminister über den Anschlag in Kenntnis zu setzen, sondern auch den Tatort ausreichend auf Spuren zu untersuchen. Erst 12 Stunden nach der Tat sperrte die Polizei den Bereich zur erneuten Spurensuche ab. Zu dem Zeitpunkt hatte bereits der Sohn des Imams offenbar Teile des professionell mit Zeitzünder gebauten Sprengsatzes gefunden.

Am Freitag waren im Rahmen einer Öffentlichkeitsfahndung der Polizei Videoaufnahmen veröffentlicht worden, in denen eine der tatbeteiligten Personen zu sehen sein soll. Die Person in dem Video ist schlank, raucht, trägt eine hellblaue Jacke, einen hellblauen Rucksack sowie eine Jeans. Zur Tatzeit trug die Person einen schwarzen Motorradhelm mit offenem Visier, was ein Hinweis darauf sein könnte, dass sie entweder ein Moped oder ein Motorrad fährt. Am Morgen nach der Tat hatte eine Nachbarin den Dresdner Neuesten Nachrichten über ein „junges Kerlchen“ als Verdächtigen berichtet. Demnach habe die unbekannte Person am Montagabend kurz nach dem Abendgebet eine graue Tüte vor der Eingangstür zur Moschee abgestellt und sei anschließend mindestens fünfmal zurückkehrt.

Im gleichen Artikel schilderte Boynukara Dervis, einer der sieben Vorstände der 2008 eröffneten DİTİB-Moschee, dass es in der jüngeren Vergangenheit bereits zu einer Reihe von islamfeindlichen Übergriffen kam. So wurde unmittelbar vor dem Gebäude nicht nur ein Koran verbrannt, sondern auch das Gebäude schon zweimal mit islamfeindlichen Parolen beschmiert. Die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (DİTİB) gilt als verlängerter Arm der Partei des amtierenden türkischen Präsidenten Recep Erdoğan und ist ein vom türkischen Staat finanziell unterstützter bundesweiter Dachverband für die Koordinierung der religiösen, sozialen und kulturellen Tätigkeiten seiner angeschlossenen türkisch-islamischen Moscheegemeinden.

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.