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Kobanê ist überall

Im Anschluss an eine Kundgebung für die vom Islamischen Staat (IS) attackierte syrische Grenzstadt Kobanê kam es heute am frühen Abend in Dresden zu einer Spontandemonstration, die vom Dr. Külz-Ring bis zum Dresdner Hauptbahnhof zog (Bilder). In Redebeiträgen, sowie auf Transparenten und Flugblättern wiesen die etwa 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf das Schicksal von mehreren tausend Menschen in der von dem IS eingeschlossenen Stadt hin und forderten internationale Hilfe und Unterstützung für die seit mehreren Wochen kämpfenden Menschen der kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG). Nach einer Mitte September gestarteten Großoffensive, begann der IS am 28. September mit dem Angriff auf das Stadtgebiet der strategisch bedeutenden Stadt.

An der Demonstration nahmen viele Familien aus der lokalen kurdischen Community teil, es waren aber auch etliche schwarz-rote und Antifa-Fahnen zu sehen. Redebeiträge und Sprechchöre in kurdischer, englischer und deutscher Sprache zeugten von der bunt gemischten Zusammensetzung der Demonstrierenden. Es wurde klar zum Ausdruck gebracht, dass der Feldzug des IS nicht allein ein kurdisches Problem ist. In Sprechchören wurde „ISIS raus aus Kurdistan“ oder „Hoch die internationale Solidarität“ gefordert. Viele trugen Fahnen mit dem Porträt des in der Türkei inhaftierten Kurdenführers Abdullah Öcalan, hin und wieder wurden auch Slogans der seit 1993 in Deutschland verbotenen kurdisch-marxistischen Arbeiterpartei (PKK) skandiert. Neben einer Entkriminalisierung der PKK wurde auch zur finanziellen Unterstützung der Widerstandsbewegung in Kobanê aufgerufen. Weder zu Beginn der Kundgebung, noch während der Demonstration über Prager und St. Petersburger Straße war Polizei zu sehen. Erst nach Auflösung der Abschlusskundgebung am Hauptbahnhof tauchten einzelne Beamtinnen und Beamte auf.

Angesichts der aktuellen Lage findet morgen in Düsseldorf eine zentrale Großdemonstration statt, bei der mehrere zehntausend Menschen aus ganz Europa erwartet werden. Trotz unzureichender Bewaffnung und mangelnder Versorgung leisten kurdische Einheiten in der eingeschlossenen Stadt Widerstand gegen die Terrormilizen des IS, während die internationale Gemeinschaft nicht willens oder nicht in der Lage zu sein scheint, der Bevölkerung in den selbstverwalteten Strukturen Nordsyriens zu helfen. Aus diesem Grund kommt es seit Tagen in zahlreichen deutschen Städten immer wieder zu Solidaritätsbekundungen mit der kämpfenden kurdischen Bevölkerung, in Hamburg kam es dabei zu Übergriffen durch mutmaßliche Salafisten auf kurdische Anhängerinnen und Anhänger.

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