Ökologie

Farbattacke gegen „Grüne Ecke“ in Solidarität mit dem Dannenröder Forst

13. November 2020 - 16:30 Uhr

In der Nacht auf Mittwoch wurde das Bürgerbüro der Grünen in Dresden, die „Grüne Ecke“ am Bischofsplatz 8 mit Farbe markiert. Schwarzes Graffiti verdeckte die Fenster, darüber traf grüne Farbe das Gebäude im Dresdner Hechtviertel. Vor dem Haus steht in großen Lettern auf dem Bürgersteig: „Rache für Danni“. Ein Teilstück des Dannenröder Forst, kurz „Danni“, soll für den beschlossenen Ausbau der A49 gerodet werden. Ziel des Ausbaus ist eine direktere Verbindung zwischen Kassel und Gießen. Aus Protest gegen die Abholzung hatten im Oktober 2019 Aktivist:innen Teile des etwa 1.000 ha großen Waldes besetzt.

in Kooperation mit Protestfotografie

Der Bund für Umwelt und Naturschutz reichte zwei Mal erfolglos Klage vor dem Bundesverwaltungsgericht ein, um den Autobahnbau zu verhindern. Befürchtet wird neben der Zerstörung des Waldes auch eine Gefährdung von Trinkwasserschutzgebieten. Aus diesem Grund halten Aktivist:innen den Mischwald besetzt und hatten Baumhäuser und Barrikaden gebaut, um eine Rodung zu verhindern. „Das Bauprojekt“, so die Besetzer:innen, „sei die falsche Antwort auf die Klimakrise“. Die schwarz-grüne hessische Landesregierung hingegen hatte sich im Koalitionsvertrag für den Bau ausgesprochen. Die Grünen im Hessischen Landtag hatten sich erst Mitte Oktober gegen einen coronabedingten Rodungsstopp ausgesprochen und damit große Teile der Klimaschutzszene gegen sich aufgebracht.

Die Bundesfraktion der Grünen hingegen spach sich für einen Baustopp aus. Auch die hessische Landtagsfraktion der Partei die Linke forderte ein Ende der Baumaßnahmen. Sie erklärten sich solidarisch mit den Besetzer:innen. So sei die A49 nach Auffassung von Jan Schalauske „Planungsdinosaurier aus der Mitte des letzten Jahrtausends“. Statt einer Abholzung forderten sie eine Reaktivierung der Bahnstrecke Kirchhain-Gemünden. Ungeachtet der Diskussionen hatte die Polizei in dieser Woche damit begonnen, den Dannenröder Forst unter einem großen Aufgebot zu räumen. Für die Farbaktion in Dresden gab es aus der Dresdner Klimaszene Applaus. Die Gruppe „Ende Gelände Dresden“ schrieb auf dem Kurznachrichtendienst Twitter: „Stabile Aktion! Fight green capitalism!“

Fotos: Protestfotografie


Veröffentlicht am 13. November 2020 um 16:30 Uhr von Redaktion in Ökologie

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