Soziales

Busabfahrt am Dresdner Hauptbahnhof gestört

Auch in diesem Jahr kam es ähnlich wie schon 2016 bei der Abreise von Abtreibungsgegnerinnen und Abtreibungsgegner unweit des Dresdner Hauptbahnhofes am Samstagmorgen zu Störaktionen. Während einzelne Aktivistinnen und Aktivisten den Bus mit Kleberollen und feministischen Stickern beklebten, gelang es einer Person, im Bus Flyer für die Reisenden auf ihrem Weg nach Berlin zu verteilen. Bereits zuvor waren rund um den Hauptbahnhof Kleiderbügel aufgehangen worden, die in Spanien bei Protesten als Symbol für Schwangerschaftsabbrüche verwendet werden. Weltweit sterben jährlich bis zu 47.000 Menschen an den Folgen illegalisierter Abtreibungen.

Der im Unterschied zum Vorjahr privat angemietete Bus sollte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum so genannten Marsch für das Leben bringen, der seit 2002 regelmäßig am 3. Samstag im September stattfindet. Nach Aufrufen zu Gegenprotesten kam es dabei im Anschluss an eine von knapp 2.000 Menschen besuchten feministischen Demonstration (Fotos) auf der Friedrichstraße zu einer größeren Blockade, so dass der Marsch schließlich auf einer veränderten Route durchgeführt werden musste. Mit etwa 5.000 Menschen nahm die Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer leicht ab.

In ihrem Flyer setzten sich die Dresdner Aktivistinnen und Aktivisten erneut für eine Abschaffung des §218 StGB ein und forderten stattdessen ein Selbstbestimmungsrecht schwangerer Menschen. Dem Demonstrationsbündnis aus religiös fundamentalistischen und rechten Gruppen warfen sie vor, jegliche Form der Abtreibung zu kriminalisieren und all jene Lebens- und Liebesformen abzulehnen, die nicht ihren Vorstellungen eines traditionellen Familienbildes entsprechen. Sexualität, so der Vorwurf, dürfe demnach nur zwischen Männern und Frauen existieren. Zugleich warnten sie vor einer Unterwanderung der Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen.

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