Soziales

Preise des Nahverkehrs in Dresden steigen um bis zu 10 Prozent

Wie schon 2012 steigen zum 1. November hin die Beiträge des Vehrkehrsverbund Oberelbe (VVO) deutlich um bis zu zehn Prozent. Durchschnittlich werden die Preise um 3,6 Prozent angehoben. Nachdem im vergangenen Jahr vor allem die Preise für die Monatskarten gestiegen sind, trifft es in diesem Jahr vor allem jene Menschen, die nur unregelmäßig die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen. Für sie kostet die Einzelfahrkarte innerhalb Dresdens künftig nicht mehr 2,00, sondern 2,20 Euro. Auch bei den im Verhältnis günstigeren Viererkarten müssen in Zukunft 7,80 Euro statt 7,50 Euro gezahlt werden. Vergleichsweise gering ist der Preisanstieg bei den Abo-Monatskarten, die nur um 1,50 Euro auf 47,50 Euro zulegen.

Der Verbund begründete die als „Tarifanpassung“ umschriebenen neuerlichen Preiserhöhungen mit gestiegenen Kraftstoffkosten und einer von der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di nach Tarifauseinandersetzungen durchgesetzten Lohnerhöhung. Allein der Preis von Diesel sei in den zurückliegenden zwei Jahren um fast 10 Prozent gestiegen. Neben der bereits für 2012 beschlossenen Lohnerhöhung um 2,8 Prozent, hätten auch Mehrkosten durch Verbesserungen bei Zulagen und Schichtdiensten Auswirkungen auf die Preise gehabt. Durch sinkende Zuschüssen für den Schülerverkehr zugunsten ländlicher Regionen in West- und Ostsachsen fallen für die Verkehrsunternehmen in Dresden und dem Umland zudem jährliche Einnahmen in Höhe von einer Millionen Euro weg.

Vor dem Hintergrund des evangelischen Kirchentages und dem Tag der Sachsen in Kamenz vor zwei Jahren, seien mehr als 204 Millionen Fahrgäste für 2012 ein „gutes Ergebnis“, so Burkhard Ehlen, Geschäftsführer des Z-VOE gerade auch im Hinblick auf die „schwierige demografische Lage“ in der ländlichen Region. Besonders der Anteil der Vielfahrerinnen und Vielfahrer stieg mit 6,9 Prozent überproportional. Dazu zählen neben Personen mit Abo-Monats- und Jahreskarten ebenso, wie Fahrgäste mit einem so genannten Jobticket. Inzwischen erhalten monatlich mehr als 15.500 Angestellte das durch eine Zuzahlung des Arbeitgebers ermäßigt angebotene Ticket. So haben innerhalb des ersten Jahres bereits 3.760 Bedienstete des Freistaats das Angebot genutzt.

Nach einer Studie des Portals reisen.de erfreut sich Dresden mit seinem Nahverkehr bei der Bevölkerung in punkto Schwarzfahren großer Beliebtheit. Danach würden in der sächsischen Landeshauptstadt 981 von 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner die Leistungen des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) ohne Ticket in Anspruch nehmen. Dresden liegt damit ebenso wie Leipzig rund 68 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Spitzenreiter Dortmund kam auf 1.756 Schwarzfahrten. Der Schaden, der aus nicht gelösten Fahrkarten für die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) entstanden sein soll, liegt nach deren Angaben zwischen 2,5 und drei Millionen Euro pro Jahr. Insgesamt 35 Kontrolleure einer privaten Sicherheitsfirma sind für die DVB in Dresden unterwegs. Ob sich allerdings Menschen, die bislang ohne einen gültigen Fahrausweis unterwegs gewesen sind, bei stetig wachsenden Preisen ein Ticket leisten können, ging aus der Studie nicht hervor. Wenn es nach den Vorstellungen der DVB geht, sollen die Strafen für das „Erschleichen von Dienstleistungen“ in Zukunft sogar von bislang 40 auf 60 Euro angehoben werden.

Kommentare

  1. Liza sagt:

    Ohje. Das Schwarzfahren wird dort deutlich zunehmen.
    Ich fahre bei mir auch nur noch mit dem Auto.
    Das brauche ich sowieso, ist also schon bezahlt.
    Würde ich mit den öffentlichen Fahren, würde ich im Jahr deutlich draufzahlen und würde durch warten umsteigen sowie hin- und herlaufen kostbare Zeit verlieren. Lohnt sich als echt nicht mehr.

    Tram und Busse sind echt nur noch was für Leute, die nie die Stadt verlassen.

    So wird das leider nicht’s mit dem Umweltschutz. 🙁
    Macht endlich die Strassenbahnen kostenlos.

    Aber dann wären die Städte quasi Autofrei.

    Das wollen die Städteräte auch nicht, die Parkautomaten bringen doch recht viel extra.

    Dazu kommen mehr Autoabmeldungen (noch mehr Steuerausfälle), weniger gebührenpflichtige Fotos aber auch abnehmende lokale Kaufkraft. Denn wer kein Auto hat bestellt heute auch lieber im Netz.

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