Soziales

Alle Jahre wieder … (Update 08.06.)

Wie in den letzten Jahren auch, kündigte der Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) zum November diesen Jahres eine Fahrpreiserhöhung um durchschnittlich 5,2% an. Teurer werden vor allem Abo-Monatskarten, so müssen SchülerInnen und Auszubildende ab 1. November mehr als 9% tiefer in die Tasche greifen. Am deutlichsten steigt der Preis für eine ermäßigte Tageskarte, während bis zum 1. November dafür noch 4 Euro zu bezahlen sind, werden ab Dezember 4,50 Euro fällig. Schon im November letzten Jahres hatte der VVO seine Preise um 2,7% erhöht. Als Gründe für die erneute Tariferhöhung nannte der Verkehrsverbund die gestiegenen Kraftstoff- und Strompreise, die höheren Kosten für das Personal durch den neuen Tarifabschluss und die stark gesunkenen Zuschüsse aus dem Landeshaushalt.

Kritik kam vor allem aus der Politik. Axel Bergmann, verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Stadtratsfraktion, forderte den VVO und die Verkehrsunternehmen dazu auf, die Preisänderungen „besser zu begründen“ und auch über „innovative Tarifangebote“ nachzudenken“. Auch die Grüne Landtagsabgeordnete Eva Jähnigen forderte die Landesregierung auf, die drohenden Kürzungen im Haushalt 2013/14 zurückzunehmen und das grüne Modell eines landesweiten Mobilitätsticket für einkommensschwache Menschen umzusetzen. Über das Vorhaben wird am Donnerstag in der Landesdirektion abgestimmt werden, eine Zustimmung gilt als sicher.

Ganz andere Wege geht die estnische Hauptstadt Tallinn, ab kommenden Jahr fahren die Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt kostenlos mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Bei einem Referendum der Stadt stimmten im März 75,5% der Bevölkerung für den Vorschlag des linksliberalen Bürgermeisters Edgar Savisaar. Auch die belgische Stadt Hasselt bietet seit Mitte der 90er Jahre kostenlosen Personennahverkehr in der Stadt an. Ein ähnlicher Vorschlag aus dem Grundsatzprogramm der Dresdner Piraten war noch im April von den Dresdner Verkehrsbetrieben als „nicht finanzierbar“ abgelehnt worden.

(Update 08.06.)

Wie erwartet, wurden gestern für November durch den Zweckverband Verkehrsverbund Oberelbe die neue Ticketpreise beschlossen. Danach werden die Preise nicht wie im Vorfeld berichtet um durchschnittlich 5,2% steigen, sondern um 4,4%. Eine deutlicherer Preisanstieg war zuvor am Protest der Landkreise und der Stadt Dresden gescheitert. In ihrer Begründung verwies der Verbund noch einmal auf die um 10,6% gestiegenen Energiekosten und die Lohnsteigerungen.

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