Soziales

Solidarität mit Zozan G. auch in Dresden

20. Januar 2020 - 18:15 Uhr

Am Samstag trafen sich mehrere Aktivistinnen und Aktivisten, um sich mit der in Oberhausen lebenden Zozan G. zu solidarisieren. Mit einem gemeinsamen Foto wollten sie auf das Schicksal der fünffachen Mutter aufmerksam machen, der auf Grund ihres Engagements in der kurdischen Befreiungsbewegung das Sorgerecht für ihre Kinder entzogen werden soll. Nach einer ersten Verhandlung im November entscheidet am 22. Januar das Amtsgericht ein weiteres Mal über den Sachverhalt. Die Aktivistinnen und Aktivisten sehen Parallelen zur staatlichen Repression und Bespitzelung gegen Menschen in der ehemaligen DDR.

„Hände weg von Zozan und ihren Kindern“ und „Wir alle sind Zozan“ war auf den Bannern zu lesen, mit denen am Samstag vor der Dresdner Altstadtkulisse auf das Schicksal von Zozan G. aufmerksam gemacht wurde. Hintergrund der Aktion ist der drohende Sorgerechtsentzug der fünffachen Mutter aus Oberhausen. Die Aktivistinnen und Aktivisten sehen Zozans politische Aktivitäten in der kurdischen Befreiungsbewegung als Anlass für den Entzug des Sorgerechts. So war sie immer wieder Rednerin auf Kundgebungen gegen die Angriffe auf die kurdischen Autonomiegebiete. Auch ihre Tochter ist regelmäßig Teilnehmerin an legalen Kundgebungen. Dies soll der Verfassungsschutz zum Anlass genommen haben, eine Akte über die Familie anzulegen, sowie das Jugendamt einzuschalten, welches der Familie einen Besuch abstattete und die Kinder verhörte. Nach Informationen der Aktivistinnen und Aktivisten, sollen die Kinder dabei immer wieder betont haben, sich freiwillig politisch zu betätigen.

„Der Fall Zozan G. Ist ein weiterer Versuch, politische aktive Kurd*innen in Deutschland mundtot zu machen und zu kriminalisieren“, äußerten sich die Aktivistinnen und Aktivisten aus Dresden im Vorfeld auf ANF-News. Weiter führten sie aus, „dass der deutsche Staat im Fall Zozan G. so weit geht, das Sorgerecht entziehen zu wollen, ist eine erschreckende Praxis“. Der Fall erinnere stark an das Vorgehen von DDR-Repressionsorganen gegen Dissidentinnen und Dissidenten. Neben Menschen aus Dresden beteiligten sich auch Aktivistinnen und Aktivisten aus Görlitz mit einem Foto an den Solidaritätsaktionen, die unter den Hashtag #WirSindAlleZozan veröffentlicht wurden. Wie das Verfahren am kommenden Mittwoch ausgehen wird, ist aktuell unklar. Anders als das Jugendamt, welches keinen Handlungsbedarf mehr zu sehen scheint, erhielt die anwaltliche Vertretung von Zozan bislang keine Akteneinsicht.


Veröffentlicht am 20. Januar 2020 um 18:15 Uhr von Redaktion in Soziales

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