Soziales

Spontandemonstration zieht gegen Ausgangssperre durch Dresdner Neustadt

25. April 2021 - 21:02 Uhr

Am zweiten Tag in Folge protestierten Menschen gegen die am Samstag in Kraft tretende Ausgangssperre in Dresden. Am späten Abend versammelten sich etwa 80 Personen am Albertplatz und zogen anschließend unter Parolen, welche eine solidarische Corona-Politik forderten, durch die Dresdner Neustadt. Aufhänger war die verabschiedete sogenannte Bundesnotbremse vergangene Woche. 

Zuvor forderten die Organisator:innen der Undogmatischen Radikalen Antifa Dresden (URA) per Megaphon einen solidarischen Lockdown statt sozialer Isolation: „Das Gesetz ist ein schlechter Scherz! Erneut offenbart es die Unfähigkeit der Regierung die grasierende Pandemie in den Griff zu bekommen und legt den menschenverachtenden Zynismus des Kapitalismus offen. Denn während es die nächsten Monate eine, sowohl juristisch als auch medizinisch mehr als umstrittene Ausgangssperre von 22 bis 05 Uhr sowie Kontaktbeschränkungen geben wird, wird die Wirtschaft weiterhin geschont und gepampert.“ 

Unter lautstarken „A-Anti-Anticapitalista!“ setzte sich anschließend ein Demonstrationszug vom Albertplatz über die Königsbrücker Straße in Bewegung. „Coronaschutz Ja! Aussgangssperre Nein!“ war eine weitere Parole, neben der Forderung, die Patente für den Impfstoff freizugeben und diesen allen Menschen gleichmaßen zugänglich zu machen: „Impfstoff für alle, sonst gibt’s Krawalle!“ war nicht nur auf dem Fronttransparent zu lesen, sondern auch eine häufig gerufener Spruch.

Der entschlossene Zug zog an der Schauburg vorbei und bog in den Bischofsweg in Richtung Alaunpark ab. Dass die Corona-Politik nun auch hörbar von Links kritisiert wird und mit solidarischen Lösungsvorschlägen einhergeht, stieß auf Zustimmung. Am Rand der Demonstrationsstrecke zeigten viele Anwohner:innen ihre Sympathie und applaudierten den Aktivist:innen vom Balkon oder Fenster. 

Per Megaphon wurde immer wieder die Kernforderung durchgesagt, endlich auch die Wirtschaft bei der Pandemiebekämpfung „in die Pflicht zu nehmen“. Die Einschränkungen hätten den Zwang zum Rückzug ins Private, hieß es im Aufruf zur Aktion und „so wird die Gewalt in der Familie und den Beziehungen weiter steigen und das Sicherheitsgefühl vieler negativ beeinflusst werden, wenn man nachts allein unterwegs sein muss. Das Miteinander wird genau so leiden wie die Psyche. Das alles, während Börsenkurse und Renditen steigen, Reiche immer reicher werden und Unionspolitiker:innen kräftig lobbyieren.“

Unter Polizeibegleitung erreichte die Demonstration schließlich den Alaunpark wo sich die Demonstrant:innen in alle Himmelsrichtungen auflösten. Die Polizei griff nicht ein und beschränkte sich im Anschluss darauf lediglich das sogenannte Assi-Eck oder im Szenespreche „die Krawalle!“ zu beobachten.

Bereits am Vorabend hatten sich im angrenzenden Hechtviertel knapp 100 Menschen zu einer spontanen Kundgebung zusammengefunden, um gegen die durch die Bundesregierung beschlossenen einseitigen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie zu protestieren.


Veröffentlicht am 25. April 2021 um 21:02 Uhr von Redaktion in Soziales

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