Soziales

Straßenumbenennung in Löbtau

17. Juni 2016 - 12:19 Uhr

In Erinnerung an die feministische Lenca-Aktivistin Berta Isabel Cáceres Flores wurde in der Nacht vom 16. auf den 17. Juni die Löbtauer Columbusstraße umbenannt. Damit will die Gruppe „Antikoloniale Aktion“ an die Arbeit der Aktivistin erinnern, die am 3. März in ihrem Haus von Unbekannten ermordet worden war. Zugleich unterstützt die Gruppe die Forderungen von COPINH nach einer unabhängigen Untersuchung der Morde und einem sofortigen Ende des Staudammprojektes „Agura Zarca“. Berta Cáceres hatte in Honduras mit der Organisation COPINH (Rates der Basis- und Indigenenorganisation von Honduras) für die Rechte der indigenen Bevölkerung und gegen Kapitalismus, Patriarchat und Rassismus gekämpft. Menschenrechtsgruppen und Familienangehörige vermuten, dass hinter der Tat einlussreiche Militärs, regierungsnahe Kreise und eine mächtige Unternehmerfamilie stehen könnten.

Straßenumbennung in LöbtauIn einer Stellungnahme verwies eine Sprecherin der Aktionsgruppe auf den jahrelangen Kampf der indigenen Bevölkerung gegen die Interessen multinationaler Konzerne: „Seit 2013 kämpfen die Indigenen der Lenca-Gemeinden gegen die illegale Errichtung des Wasserkraftprojektes „Agua Zarca“ durch die Firma Desarrollos Energéticos S.A. (DESA). An diesem Projekt ist u.a. der deutsche Turbinenlieferant Voith Hydro, ein Siemens-Joint Venture, beteiligt“. Nur wenige Tage nach der Tat, war mit Nelson García ein weiteres Mitglied der Gruppe ermordet worden. Der 39jährige fünffache Vater hatte bis zu seinem Tod über zwei Jahre eine Landbesetzung indigener Familien unterstützt.

„Wir solidarisieren uns mit den Menschen, die täglich für ihre grundlegenden Rechte kämpfen und müssen gegen die anhaltende Ausbeutung von Menschen und Ressorucen aktiv werden“, so die Sprecherin der Gruppe weiter. Dabei sei der Ort der Umbenennung nicht zufällig gewählt, sondern spiegelt zugleich auch die verschwiedenen Perspektiven auf Geschichte wieder: „Die Seefahrten von Columbus, und die Ankunft der Europäer*innen auf dem amerikanischen Kontinent hatte die Ermordung und Versklavung der indigenen Bevölkerung durch die Europäer*innen zur Folge. Durch den rassistischen und imperialistischen Machtanspruch der Europäer*innen werden seit Jahrhunderten Menschen ihrer Lebensgrundlagen beraubt und ermordet“.


Veröffentlicht am 17. Juni 2016 um 12:19 Uhr von Redaktion in Soziales

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