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Leipzig: Forderung nach Schließung des „Nationalen Zentrums“ Nachdruck verliehen

Über 2.000 Menschen demonstrierten heute Nachmittag um der Forderung nach „sofortiger Schließung des Nationalen Zentrums“ in Leipzig Nachdruck zu verleihen. Unter dem Motto „Nazi-Strukturen zerschlagen, linke Politik verteidigen“ hatte die Kampagne „Fence Off“ zu einer bundesweiten Demonstration gegen das im Leipziger Stadtteil Lindenau gelegene Objekt aufgerufen. In mehreren Redebeiträgen wurde die Bedeutung des als NPD-Abgeordnetenbüro angemieteten Objektes hervorgehoben, in dem sich neben der NPD auch deren Jugendorganisation die „Jungen Nationaldemokraten“, aber auch sogenannte „Freie Kräfte“ und Hooligans von LOK Leipzig treffen und Veranstaltungen durchführen. Als der Demonstrationszug in der Odermannstraße ankam, eskalierte die Situation kurzzeitig, als mehrere Knallkörper und pyrotechnische Erzeugnisse auf das Objekt geworfen wurden. Im Anschluss daran wurden nach Polizeiangaben insgesamt fünf Personen vorläufig festgenommen.

Mehr Bilder: Thomas Rassloff, böseraltermann, PM Cheung

In einem Redebeitrag des Projektes „Atari“ wurde noch einmal deutlich, welche Konsequenzen eine erstarkende Rechte mit sich bringt. Das Haus im Stadteil Reudnitz wird regelmäßig angegriffen oder BesucherInnen nach Konzerten verfolgt und verprügelt. Dennoch wollen sie das Projekt nicht aufgeben und weiterhin konsequent gegen Nazis arbeiten und bekamen dabei Unterstützung von anderen Projekten aus Leipzig. Eine Erfahrung die in diesen schwierigen Zeiten sehr wichtig ist und in dem Redebeitrag noch einmal hervorgehoben wurde. Aktive Solidarität forderten auch die Gruppen, welche sich mit den Verfahren nach Paragraf 129 Strafgesetzbuch auseinandersetzen. Hier ermitteln sächsische Behörden seit mehreren Jahren gegen 22 Personen aus vier Bundesländern. Nach zwei groß angelegten Durchsuchungsaktionen im April diesen Jahres waren die Verfahren auch für die Betroffenen bekannt geworden. Aus diesen und zahlreichen weiteren Repressalien gegen linke Strukturen hatte ein Antirepressionsbündnis zu einem eigenen Block auf der antifaschistischen Demonstration aufgerufen.

In der Odermannstraße 8 befindet sich seit zwei Jahren ein als NPD-Bürgerbüro von Winfried Petzold angemietetes Objekt. Das Haus ist ein Versuch, sich als „Nationales Zentrum“ in einem eher alternativ-kulturell geprägten Stadtteil zu etablieren. Die Folgen spüren jedoch nicht nur die unmittelbar benachbarten und im Stadtteil lebenden Menschen. Darüber hinaus dient das Haus auch für überregionale Treffen und Veranstaltungen, sowie Konzerte genutzt. Es fungiert als Rückzugsraum für Nazis aller Couleur und auch die rechtsgerichtete Hooligangruppe „Blue Caps“ hat ihre Postadresse in dem verschanzten Gebäude. Ein Metallzaun, der über zwei Meter hoch ist, versperrt die Sicht auf die zwei im Inneren gelegenen Gebäude. Von Außen ist auch nicht zu erkennen, um was für ein Haus es sich handelt. Doch die Aktivitäten im Inneren sind vielzählig. So wurden Veranstaltungen mit der Holocaust-Leugnerin Sylvia Stolz durchgeführt oder Konzerte von dem Nazibarden Frank Rennicke veranstaltet. Nebenbei dient der Ort dazu, Nazis in Kampfsportarten zu schulen.

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