Antifa

Sächsischer „Filz“ erhebt Anklage

Keine besinnliche Weihnachtszeit für Lothar König. Ab März des kommenden Jahres muss sich der evangelische Jugendpfarrer aus Jena vor dem Amtsgericht Dresden wegen schweren Landfriedensbruchs verantworten. König soll bei den Protesten gegen einen geplanten Nazigroßaufmarsch am 19. Februar 2011 in der Dresdner Südvorstadt eine Menschenmenge zur Gewalt aufgestachelt haben. Die zuständige Staatsanwaltschaft wirft ihm in ihrer 18seitigen Anklageschrift außerdem vor, Straftäter geschützt und ein Polizeifahrzeug mit dem Auto abgedrängt zu haben. Außerdem soll aus dem VW-Bus der Jungen Gemeinde Stadtmitte Jena „aggressive Musik“ abgespielt worden sein.

Am 10. August 2011 waren im Zuge der Ermittlungen gegen den ehemaligen DDR-Oppositionellen König dessen Diensträume und im Anschluss der Lautsprecherwagen der JG Stadtmitte beschlagnahmt worden. Zum damaligen Zeitpunkt hatten die sächsischen Ermittler dem Jugendpfarrer vorgeworfen, Mitglied der mutmaßlichen „Antifa-Sportgruppe“ gewesen zu sein. Die Beschuldigten sollen sich in den vergangenen Jahren an zahlreichen Übergriffen auf Nazis beteiligt haben. Aus diesem Grund waren durch die Dresdner Staatsanwaltschaft im Anschluss an die erfolgreichen Blockaden tausender Menschen im Februar 2011 Wohnungsdurchsuchungen bei insgesamt 17 Personen veranlasst worden.

Lothar König geht davon aus, „dass es bei diesem Filz in der ersten Instanz zu einer Verurteilung kommen wird“. Etliche Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Kirche hatten sich bereits nach der Razzia mit ihm solidarisch erklärt und eine Prozessbeobachtung angekündigt. Da sich der auf sechs Verhandlungstage angesetzte Prozess gegen den Jenaer Jugendpfarrer vermutlich eine Weile hinziehen wird, gibt es für euch die Gelegenheit, euer Weihnachtsgeld sinnvoll anzulegen und das Verfahren gegen ihn finanziell zu unterstützen: prozesskostenhilfe-lothar.de. Neben diesem Prozess wird in Dresden noch immer gegen zahlreiche Menschen wegen der „Bildung einer kriminellen Vereinigung“ und Beteiligung an den Protesten am 19. Februar 2011 ermittelt, auch diese Menschen brauchen eure Unterstützung.

Video zu den Ereignissen am 19. Februar 2011 in der Dresdner Südvorstadt:

Kommentare

  1. HinzundKunz sagt:

    http://www.freie-radios.net/51745
    „Rechter Terror – der Staat als Freund und Helfer“ – Freies Sender Kombinat Hamburg (fsk) am 26. Oktober 2012
    Mit dem Sprecher der Kritischen Polizisten, Thomas Wüppesahl, führte Werner Pomrehn, Freies Sender Kombinat Hamburg (fsk) am 26. Oktober 2012 ein Interview.

    Was verloren geht: Die Uwes waren überall – Beate auch.

    Das Problem ist viel größer als zu erwarten war, und erwartet haben wir einiges.

  2. powled sagt:

    Das Problem wird noch größer werden – das erwarte ich.

  3. Marie sagt:

    Es ist zu schade, dass wegen einger schlechter Beamter der Polizeidienst wiedermal so sehr im schlechten Licht erscheint. Mir wurde schon mehrfach von Polizisten im Dienst geholfen. Auch bei schlimmen Begegnungen mit Rechtsratikalen und gewalttätigen, sehr bedrohlichen Übergriffen auf mich als Person in Ausübung meiner Tätigkeit als Lehrerin. Dafür bedanke ich mich herzlich! Bitte achten Sie darauf, dass immer die benannt werden, die Schlimmes zu verantworten haben. Bitte verallgemeinern Sie nicht!

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