Freiräume

Unigebäude wiederbesetzt

Im Streit um die von der Unileitung für den 11. Januar veranlasste Räumung des Freiraumprojektes „KOK16“ haben Studierende noch am gleichen Tag reagiert und die Räumlichkeiten wiederbesetzt. Vorausgegangen war ein Sachverständigengutachten, wonach durch die elektrischen Anschlusskästen in den seit fast zwei Jahren genutzten Baracken „akute Brandgefahr“ besteht. Als Reaktion auf die Kritik an der kurzfristig angesetzten Räumung, bot die Universität den Studentinnen und Studenten Unterstützung beim Transport der in den Gebäuden befindlichen Gegenstände an. Da es im Augenblick aufgrund eines „akuten Raummangels“ jedoch keine freien Ersatzräume gäbe, stehen mehrere freiwillige Initiativen von Studierenden auf der Straße. Die Pressesprecherin der TU, Kim-Astrid Magister, bekräftigte jedoch, dass den Studierenden von der Universität „zeitnah“ neue Räume zur Verfügung gestellt werden sollen.

In den beiden Baracken war nur wenige Stunden nach dem Räumungstermin der Strom und das Wasser abgestellt worden. Zuvor war den im Gebäude befindlichen Menschen durch zwei Wachschutzmitarbeiter ein Schreiben des Unirektors Hans Müller-Steinhagen überreicht worden, in dem er eine weitere Nutzung „auf eigene Gefahr“ in Aussicht stellte. Seitdem müssen die von Studierenden in Gesprächsrunden organisierten Arbeitsgruppen in den Räumen bei winterlichen Temperaturen unter Kerzenschein stattfinden. Diese Maßnahme sei nach Angaben der Besetzerinnen und Besetzer ein Beleg dafür, dass es der Universität „nicht um die Sicherheit“ geht. Dennoch zeigten sie sich zuversichtlich, dass in den kommenden Wochen eine gemeinsame Lösung gefunden werden könne. Auch der Dresdner StuRa schloss sich in einer Pressemitteilung der „Forderung nach Ersatzräumlichkeiten für alle Initiativen“ an.

In dieser Woche planen die Studentinnen und Studenten in den besetzten Räumen nicht nur Seminare, Workshops, Gespräche mit anderen Freiräumen und Initiativen, sondern auch kulturelle Veranstaltungen anzubieten. Außerdem wollen sie neben einer im Internet gestarteten Online-Petition auch auf dem Campus auf ihr Anliegen aufmerksam machen, einen „einzigartigen Ort“ an der TU Dresden zu erhalten.

Solidaritätsaufruf: Studentischer Freiraum KOK 16 seit zwei Tagen besetzt, Uni erhöht Druck

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