Nazis

Radeberg: Neonazis marschierten beim Festumzug

Radeberg. Eine kleine Stadt in der Nähe von Dresden, die vor allem für ihr Bier bekannt ist. Dieser Bierkult wird einmal im Jahr mit einem drei tägigen Fest gehuldigt – dem Bierstadtfest.

Den Höhepunkt fand dieses Spektakel letzten Sonntag, den 08. August in einem großen Festumzug von der Radeberger Brauerei zum Markt. Neben vielen lokalen Vereinen, Verbänden und dem OB Gerhard Lemm (SPD), beteiligten sich dieses Jahr auch 6-7 Neonazis (u. A. auch Radeberger NPD Stadtrat Simon Richter) unangemeldet an dem Umzug. Etwa 50 Meter hinter dem Stadtoberhaupt trugen sie ein Transparent mit der Aufschrift „Die Demokraten bringen uns den Volkstod“ spazieren und verteilten eifrig Flugblätter mit weiteren demokratiefeindlichen Äußerungen und der Forderung nach „Nationalen Sozialismus“. Dieser „Sozialismus“ der Nazis jedoch, predigt die Selbe Ideologie des Kapitalismus, vom Wettbewerb und Chancengleichheit à la „wer sich anstrengt, kann es auch schaffen“ (also das Gutheißen des Kampfes Jeder gegen Jeden). In Nazi-Logik heißt dies „das Recht des Stärkeren“. Eben diesen Konkurrenzgedanken heben Nazis lediglich auf eine internationale Ebene. In ihrem „Sozialismus“ kämpfen nicht die Einzelnen ums Überleben, sondern die „Völker“. Das hat natürlich nichts mit Sozialismus zu tun. Es ist eine kapitalistische Logik, nur eben auf Ethnien bezogen, mit den bekannten rassistischen, kriegerischen und vernichtenden Konsequenzen. Ihr krankes rassistisches Weltbild ergänzen sie also noch mit einer höchst einfältigen Kapitalismuskritik.

Auf spätere Nachfrage beim OB Lemm, warum er diesem Mob nicht während des Umzuges Einhalt gebot, sagte er, dass er erst später davon erfahren habe, entsetzt sei und Anzeige wegen einer unangemeldeten Kundgebung erließ.
Mindestens genauso, wenn nicht gar noch beunruhigender als das Verhalten des OBs ist das der BürgerInnen, von den sich am Straßenrand einige Hundert versammelt hatten um sich den Umzug anzuschauen. Kein kritisches Wort, kein Versuch die Nazis zu stoppen. Im Gegenteil. Von vielen BürgerInnen kam Zuspruch und ein Lächeln für die ach so tolle Aktion.
Dies zeigt mal wieder wie prekär die Situation in Radeberg und dem gesamten Dresdner Umland ist. Seit Jahren machen Neonazis von sich reden. Angriffe auf Menschen mit linken oder migrantischem Hintergrund sowie Schmierereien mit rechtsradikalem Inhalt sind Alltag.

Deshalb hat sich in Radeberg eine Gruppe von Menschen zusammengeschlossen um sich gegen die weiter zunehmenden Naziaktivitäten zu organisieren. Wenn wir nicht wollen, das Neonazis sich auf den Straßen tummeln, Bürgerbüros angreifen und ein Klima der Einschüchterung verbreiten, müssen wir schon selbst etwas tun. Als erste Aktion wird es eine Demonstration am 28.08. unter dem Motto „No Nazis in Radeberg … und Anderswo!“ geben. Beginn ist um 13 Uhr am Bahnhof Radeberg. Kommt zahlreich!!

Quelle: Autonome Antifa Radeberg Blog (15.08.10)

Kommentare

  1. kein sagt:

    Zugtreffpunkte für Dresden

    Hauptbahnhof 11:52 Gleis 9

    Neustädterbahnhof 12:07 Gleis 9

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