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Dokumentation über Victor Klemperer

Heute vor 50 Jahren starb in Dresden der Literaturwissenschaftler und Schriftsteller Victor Klemperer. Die Tagebücher, in denen er von 1933 bis 1945 seine Ausgrenzung als jüdischer Intellektueller aus der deutschen Gesellschaft im Alltag des Nationalsozialismus dokumentierte, wurden ein Welterfolg und gelten noch heute als Standardwerke für den Geschichts- und Deutschunterricht.

Klemperer wurde 1920 als Professor für Romanistik an die Technische Hochschule Dresden berufen und lehrte dort bis zu seiner Entlassung 1935. Zum Zeitpunkt der Bombenangriffe wohnte er mit seiner Frau in einem der so genannten „Judenhäuser“ und konnte im allgemeinen Chaos der Bombardierungen mit 70 anderen jüdischen Menschen aus der Stadt fliehen. Nach Kriegsende kehrten beide nach Dresden zurück und traten der KPD bei. Im Jahr 1950 wurde er als Vertreter des Kulturbundes Mitglied der DDR Volkskammer. Zwei Tage vor dem 15. Jahrestag der Bombardierungen starb Klemperer im Alter von 78 Jahren. Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof in Dresden-Dölzschen.

Sein Buch „LTI – Notizbuch eines Philologen“ von 1947, das sich mit der Sprache des Dritten Reiches befasst, wurde 2003 unter dem Titel „Die Sprache lügt nicht“ von Stan Neumann für das Fernsehen adaptiert. Der 80-minütige Film wurde im Juli 2005 beim Jerusalemer Filmfestival ausgezeichnet:

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