Antifa

Gedenkobelisk in Dresden-Nickern verhüllt

Eine Gruppe von Aktivistinnen und Aktivisten aus dem Umfeld des erst in diesem Jahr neu gegründeten „Offenen-Antifa-Plenums“ (OAP) haben am 10. Februar den Gedenkstein in Dresden-Nickern umgestaltet, um damit auf den noch immer bestehenden revisionistischen Diskurs rund um den 13. Februar in der Stadt aufmerksam zu machen. In den zurückliegenden Jahren war der Ort mehrfach Anziehungspunkt für Nazis geworden. Vorläufiger Höhepunkt war eine rechte Demonstration mit rund 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmern am Vorabend des 13. Februars 2016. In diesem Jahr hatte das Bündnis „Dresden Nazifrei“ an gleicher Stelle eigene Kundgebungen angemeldet.

Der Obelisk mit der Inschrift: „Wir gedenken der Opfer des anglo-amerikanischen Bombenterrors“ sei dabei nicht ganz zufällig zum Bezugspunkt für die Dresdner Naziszene geworden, sondern passt nach Einschätzung eines Sprechers zum Diskurs rechter Kreise, die Bombardierungen der Stadt im Februar 1945 „als bloßen Terror gegen die Zivilbevölkerung“ darzustellen. Die Stadt sei jedoch auch gegen Ende des Zweiten Weltkrieg sowohl als Verkehrsknotenpunkt für Krieg und Vernichtung, als auch als militärischer Standort wichtig gewesen.

Nach einer längeren Debatte hatte sich der Prohliser Ortsbeirat im August 2016 in einer Sitzung für eine Umgestaltung ausgesprochen. Im Verlauf der Diskussion hatten damals CDU, FDP und Freie Bürger versucht, die Luftangriffe als singulären terroristischen Anschlag der Alliierten darzustellen. Als Kompromiss wurde schließlich ein weiteres Element beschlossen, welches künftig allen Opfern des Zweiten Weltkrieg gedenken soll. Grund genug für die Aktivistinnen und Aktivisten, die Inschrift am Freitag zumindest für kurze Zeit symbolisch zu entfernen.

Auf dem Überwurf für den Obelisken steht: „Nationalismus und Geschichtsverklärung verhüten – Dresden du Täter*in!“. Das Ziel ihrer Aktion sei es gewesen: Geschichtsrevisionismus zu überwinden und die Bombardierungen mit der Hoffnung in den richtigen Kontext zu setzen, „dass sich auch die Dresdner Stadtgesellschaft endlich (selbst-)kritisch mit der Vergangenheit Dresdens auseinandersetzt“.

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