Antifa | Ökologie

„Keine Kohle für die Kohle“-Kundgebung in Dresden

12. Juli 2020 - 12:58 Uhr

Unter dem Motto „Keine Kohle für die Kohle – Menschen vor Profite“ protestierte bereits am 4. Juli ein Aktionsbündnis auf dem Dresdner Neumarkt für einen sozial-gerechten Systemwandel in Dresden. Am Ende der bundesweiten Aktionswoche gegen das Kohlegesetz und die in Geheimverträgen festgelegten Milliarden-Abfindungen für Kohlekonzerne hatte die Gruppe Ende Gelände Dresden gemeinsam mit der Undogmatischen Radikalen Antifa (URA) an diesem Tag um 15 Uhr zur Protestkundgebung  auf dem Neumarkt aufgerufen. An der Aktion beteiligten sich mehrere dutzend Aktivist:innen. 

In einer Mitmachaktion auf dem Neumarkt sollte ein Zeichen gegen eine Politik gesetzt werden, die Konzernprofite vor das Wohl der Menschen stellt. Dabei wurde auf dem Platz vor der Frauenkirche ein Kreuz aus über 260 Ortsausgangschildern der bereits abgebaggerten Dörfer in den Kohlerevieren der Lausitz und des Leipziger Lands ausgelegt. Es sollte die Auswirkungen für Mensch und Natur verdeutlichen, die durch den Abbau von Braunkohle entstehe. Weitere Projekte, Initiativen und Privatpersonen waren eingeladen, um ihre Betroffenheit über die fragwürdigen Prioritäten der Bundesregierung sichtbar zu machen.

Nadine Fröhlich von Ende Gelände Dresden erklärte gegenüber addn.me das Ansinnen der Aktion: „Ein Kohleausstieg bis 2038 kommt zu spät, um die international verbindlich festgelegten Klimaziele des Pariser Abkommens einzuhalten. Und obwohl die Braunkohleverstromung immer unrentabler wird, sollen RWE und LEAG Milliarden an Steuergeldern für die späte Abschaltung ihrer klimaschädlichen Kraftwerke erhalten.“

Mit der Aktion wollte die Gruppe jedoch nicht nur gegen Umweltzerstörung protestieren und das „Ausmaß der Zerstörung auf seinen verschiedenen Ebenen“ sichtbar machen, sondern „zugleich ein klares Zeichen für einen sozial gerechten Systemwandel“ setzen. So kritisierten die Aktivist:innen, dass die „Corona-Helden“ im Gesundheitswesen nur mit symbolischen Gesten abgespeist würden.

In weiteren Redebeiträgen sprachen Aktivist:innen des „Bündnis für Pflege Dresden„, die über ihren Kampf für bessere Bedingungen im Pflegesektor berichteten. Die Antifaschistische Initiative Löbtau (A.I.L.) stellte ihre im Kontext der Corona-Pandemie erstellten 5+5 Forderungen vor und die Initiative „Alle Dörfer bleiben“ berichtete über ihre Arbeit in den betroffenen Regionen. 

Zwischenzeitlich kam es zu Störungen durch Nazis, die Material der verurteilten Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck in der Nähe der Kundgebung auslegten. Durch spontanes antifaschistisches Engagement konnte dieser jedoch mit einem Transparent abgeschirmt werden, so dass die Nazis ihr Propagandamaterial schließlich wieder einpacken mussten. Beendet wurde die Kundgebung mit einer Spontandemonstration, die sich lautstark zum Jorge-Gomondai Platz aufmachte, um an einer Kundgebung von Women Defend Rojava teilzunehmen. Dort wurde drei kurdischen Aktivist:innen gedacht, die am 23. Juni unweit der nordsyrischen Stadt Kobanê durch einen türkischen Drohnenangriff ermordet worden waren.

Bildquelle: Protestfotografie Dresden


Veröffentlicht am 12. Juli 2020 um 12:58 Uhr von Redaktion in Antifa, Ökologie

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