Feminismus

Queerfeindlicher Übergriff am Rande des CSD in Dresden

7. September 2022 - 10:53 Uhr

Am vergangenen Wochenende feierten tausende Menschen bereits zum 29. Mal ausgelassen den Christopher Street Day (CSD) in Dresden. Neben der Großdemonstration am Samstag, konnten die Besucher:innen das ganze Wochenende über auf der extra dafür gesperrten Straße unterhalb der Brühlschen Terasse ein vielfältiges Programm erleben. Getrübt wurde die insgesamt gute Stimmung jedoch von mindestens zwei Übergriffen im Stadtgebiet.

So ausgelassen die Stimmung beim diesjährigen CSD war, so sehr überschattete die Nachricht vom Tod von Malte C. in Münster die Veranstaltung. Der 25 jährige trans Mann war am frühen Freitagmorgen in einem Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen, nachdem er bei einer homofeindlichen Beleidigung am Rande des CSD in der nordrhein-westfälischen Stadt eine Woche zuvor eingeschritten war. Daraufhin war Malte von einem inzwischen festgenommenen 20jährigen Angreifer geschlagen worden, so dass er mit dem Kopf auf dem Asphalt aufschlug. Am Abend der Todesnachricht demonstrierten tausende Menschen in Münster gegen queerfeindliche Gewalt.

Dem Tod von Malte wurde auch auf dem CSD gedacht. Darüber hinaus bekundeten weitere Dresdner Organisationen ihre Bestürzung und Solidarität mit dem Opfer des Übergriffes. So schrieb die Queer Pride Dresden in einem Statement: „Wir möchten an Malte erinnern als einen Menschen, der für Gerechtigkeit einstand. Einen Menschen, der für sich und andere eingestanden ist. Einen Menschen, der angesicht queerfeindlicher Diskriminierung nicht weggeschaut, sondern aktiv gegen diese angetreten ist.“

Und auch der CSD in Dresden wurde überschattet von Übergriffen und Anfeindungen gegenüber Besucher:innen an Rande der Veranstaltung. Einer davon ereignete sich am Dresdner Hauptbahnhof, wo ein 19 Jahre alter Mann Teilnehmer:innen des Christopher-Street-Days beleidigte und körperlich angriff. Die Bundespolizei wurde auf den Vorfall aufmerksam und unterband den Angriff, stellte eine Anzeige und erteilte einen Platzverweis.

Ein weiterer Übergriff ereignete sich am Abend des 03.09.2022 am Rande des CSD auf ein Mitglied der „QueerSPD“ und einen Begleiter, wie Oliver Strotzer, der Landesvorsitzende der Organisation, auf Twitter mitteilte. Demnach hätten drei maskierte Personen die beiden an den Elbwiesen angegriffen und verletzt. Den beiden Betroffenen gehe es aber den Umständen entsprechend gut. Das Mitglied im Landesvorstand der SPD zeigte sich erschüttert über den Vorfall. „Es macht mich unglaublich wütend, daß an dem Tag, an dem wir auf dem CSD um Malte getrauert haben, schon wieder soetwas passiert. Wir haben ein massives Problem mit Queerfeindlichkeit in unserer Gesellschaft“, erklärte er dazu auf Twitter. 

Darüber hinaus berichteten einige Teilnehmer:innen des CSD von homofeindlichen Beleidigungen in der Dresdner Innenstadt. Diese sollen unter anderem von Fans der SG Dynamo Dresden gekommen sein, die am Samstag ein Heimspiel gegen die zweite Mannschaft von Borussia Dortmund hatte. In der Vergangenheit sind Teile der Fanszene immer wieder durch sexistische und homofeindliche Spruchbänder aufgefallen. Unter anderem auch deswegen hatte sich das hiesige Fanprojekt 2017 an dem Projekt „Feiner Fußball“ des Gerede – homo, bi und trans e.V. beteiligt, der sich mit Homosexualität und Homophobie im Fußball auseinandersetzte.

Bildquelle: Twitter


Veröffentlicht am 7. September 2022 um 10:53 Uhr von Redaktion in Feminismus

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