Nazis

Randale und Rechtsrockkonzert in Ostsachsen

15. September 2020 - 07:50 Uhr

Nach Angaben der Polizei Sachsen kam es in der Nähe von Bautzen am vergangenen Wochenenden zu verschiedenen rechten Aktivitäten. Am späten Samstagabend löste die Polizei im fünf Kilometer von Bautzen entfernten Kleinwelka ein Rechtsrock-Konzert auf, welches im Rahmen der Streifentätigkeiten aufgefallen war. Auf einem Sportplatz „wurde Musik mit Texten nationalsozialistischer Gesinnung und der Verherrlichung der Person Adolf Hitlers abgespielt“, wie es aus dem Polizeibericht zu entnehmen ist. Bei der Auflösung der Veranstaltung wurden die Personalien von 23 Personen aus der gesamten Bundesrepublik festgestellt, darunter auch der Veranstalter. Die eingesetzten Beamt:innen beschlagnahmten einen USB-Stick und stellten Anzeigen wegen des Verdachts der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen. 

Nur wenige Stunden später musste die Polizei zu einem Einsatz in Cunewalde ausrücken. Dort zog gegen 0:50 Uhr eine größere Gruppe alkoholisiert und „Sieg heil“, sowie weitere „Parolen rechtsnationalistischer Gesinnung“ rufend durch die Stadt. Dabei beschädigten sie den Zaun eines Privatgrundstückes, so dass ein Sachschaden in Höhe von 500 Euro entstand. Die Polizei stellte die Identitäten von 21 Personen zwischen 16 und 21 Jahren fest. Sie müssen sich nun wegen Landfriedensbruch, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch und Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen verantworten. Ob beide Ereignisse in einem Zusammenhang stehen, ist bisher nicht geklärt.

Cunewalde war in den letzten Tagen immer wieder in den Nachrichten. Erst kürzlich kam heraus, dass der Nazirapper Chris Ares dort eine Tattoostudio eröffnen will. Zuvor war der Plan eines rechten Jugendzentrums in der Stadt Bischofswerda gescheitert, nachdem sich der Stadtrat gegen die Aktivitäten des mit bürgerlichen Namen Christoph Aljoscha Zloch heißenden rechten Musikers ausgesprochen hatte. 

Das Bündnis „Keep together“ veranstaltete am gestrigen Montag eine Kundgebung in Bautzen, die sich gegen die Aktivitäten von Chris Ares in der Region richtete. Die Initiative des Bündnisses kam von jungen Menschen nach der Ankündigung, in Bischofswerda ein rechtes Jugendzentrum zu eröffnen. Gegen das Vorhaben hatte bereits vor wenigen Monaten eine Kundgebung vor dem Rathaus der Stadt stattgefunden. Jetzt schlossen sich auch Aktivist:innen aus Bautzen an und wollen sich künftig nicht nur gegen Nazis, sondern auch gegen Rassismus und Ausgrenzung einsetzen.


Veröffentlicht am 15. September 2020 um 07:50 Uhr von Redaktion in Nazis

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