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Korruptionsverfahren gegen Dresdner Manager

Knapp dreieinhalb Jahre nach einem Insiderskandal in Europas größtem Luft-, Raumfahrt- und Rüstungskonzern EADS müssen sich Airbus-Chef Tom Enders und 16 weitere Topmanager vor der französischen Börsenaufsicht AMF verantworten. Den beschuldigten Managern wird vorgeworfen, zwischen November 2005 und März 2006 Aktienoptionen zu Geld gemacht und dabei teilweise Millionengewinne erzielt zu haben, obwohl sie zu diesem Zeitpunkt schon über Probleme bei der Lieferung des Super-Airbus A380 informiert gewesen sein sollen. Nach der Bekanntgabe der Lieferschwierigkeiten, verlor die EADS-Aktie am 14. Juni 2006 fast ein Drittel ihres Börsenwertes. Den Angeklagten drohen Bußgelder bis zum Zehnfachen der Gewinne aus den Aktienverkäufen.

Einer der angeklagten Top-Manager in diesem Verfahren ist Andreas Sperl, der Chef des EADS-Standortes Dresden. Ihm wird vorgeworfen, durch den Verkauf von 58.000 EADS-Aktien 2005 und 2006 mehr als 800.000 Euro verdient zu haben. Im letzten Jahr war Sperl aus diesem Grund von der französischen Polizei in Paris mehrere Stunden verhört worden. Mit dem Verkauf soll er gegen seine „Zurückhaltungspflicht“ verstoßen haben. Zum Zeitpunkt der Aktiengeschäfte war Sperl Airbus-Finanzvorstand. Das Verfahren gegen ihn und weitere Beschuldigte wird aller Voraussicht nach in den nächsten Wochen eingestellt werden.

Seit Jahren stehen immer wieder Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des milliardenschweren Konzerns unter Korruptionsverdacht. Erst vor zwei Jahren war ein 600 Millionen Euro Rüstungsdeal über 197 Militärhubschrauber mit Indien nach „Unregelmäßigkeiten im Bieterverfahren“ geplatzt. Nur ein Jahr später war der ehemalige stellvertretende FDP-Vorsitzende von Thüringen, Percy Wessels, wegen Bestechung in Millionenhöhe vom Landgericht München zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden.

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