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21.01.2010 Vortrag zu Rassismus und Islamophobie im Multikulturalismus

20. Januar 2010 - 15:54 Uhr

Rassismus und Islamophobie im Multikulturalismus

Wann? 21.01.2010, 20.00 Uhr
Wo? AZ Conni, Rudolf-Leonhard Straße 39

David Schweiger erläutert das Verhältnis des Begriffes der Islamophobie zu multikulturellem Rassismus und Kulturrelativismus und warum der Begriff zur  Bagatellisierung von Rassismus und Antisemitismus beiträgt. Gleichzeitig soll aber auch der Versuch unternommen werden, den islamophoben Rassismus als eigenständiges, neueres Phänomen der multikulturellen deutschen Einwanderungsgesellschaft zu interpretieren.

Die Debatten um Minarette, Kopftuch und Moscheebau stehen seit einigen Jahren hoch im Kurs. Vor allem entlang des Kölner Moscheebaus und der als Reaktion darauf gegründeten „Bürgerbewegung Pro Köln“ entzündeten sich Debatten darum, ob es in Deutschland eine spezifische Form des Rassismus, die Islamophobie, gebe und durch welche Merkmale sie sich auszeichne.   Zunächst scheint die These von der Existenz einer spezifischen Islamophobie einleuchtend. Waren die öffentlichen Debatten um Migration und Integration bis in die 1990er Jahre hinein mit klassischen kulturalistisch-rassistischen Ressentiments durchzogen, artikuliert sich die Abwehr des Fremden heute eher als Abwehr des Islam.   Dies evoziert für die Linke jedoch ein Problem. Verstünde man Islamophobie als Abwehr des Islamismus oder selbst als Abwehr des Islam, wäre sie eine durchaus begrüßenswerte Bewegung. Denn spätestens seit dem 11. September 2001 ist die weltweite Gefahr des Islamismus nicht mehr zu leugnen. Andererseits behauptet der Begriff der Islamophobie eine spezifische Strategie der Tarnung des Rassismus mit politischen Begriffen. Darüber hinaus kennzeichne die Islamophobie eine bestimmte Form des Rassismus.   Mögen diese Argumente teilweise ihre Berechtigung haben, steht der Begriff der Islamophobie jedoch für ganz andere Denkbewegungen. Zum einen wird – in islamistischen und multikulturalistischen Kreisen – mit diesen Begriff jeder Angriff auf den Islam und den Islamismus als Rassismus denunziert. Zum anderen wird – z.B. beim Zentrum für Antisemitismusforschung – die Kritik am Islam/Islamismus zur verwandten Ideologie des Antisemitismus erklärt und damit jede Differenz negiert.   In der Veranstaltung soll der Begriff der Islamophobie zurückgewiesen und als Kampfschwert des multikulturellen Rassismus und des Kulturrelativismus interpretiert werden. Es wird gezeigt, wie dieser Begriff zur Rechtfertigung des Islamismus und zur Bagatellisierung von Rassismus und Antisemitismus beiträgt. Gleichzeitig soll aber auch der Versuch unternommen werden, den islamophoben Rassismus als eigenständiges, neueres Phänomen der multikulturellen deutschen Einwanderungsgesellschaft zu interpretieren, dessen Reduzierung auf allgemeine Phänomene des Rassismus, seinen spezifischen Gehalt ignorieren würde.

Diese Veranstaltung findet im Rahmen des Offenen Antifa Treffens (OAT) statt


Veröffentlicht am 20. Januar 2010 um 15:54 Uhr von Redaktion in Events

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