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Kreuzungsblockade nach schwerem Verkehrsunfall

Nach einem Verkehrsunfall am vergangenen Freitagabend, bei dem eine stark alkoholisierte Autofahrerin zwei Menschen im Bereich des Bischofsplatzes teilweise schwer verletzt hatte, haben am Tag darauf etwa 30 Menschen den Unfall zum Anlass genommen, um mit einem Sit-In den Kreuzungsbereich für etwa 15 Minuten zu blockieren. „Der Unfall“, so die Organisatoren, sei „symptomatisch für den Verkehrsalltag in Dresden.“ In sächsischen Landeshauptstadt kam es in den letzten Jahren zu einem deutlichen Anstieg von Unfällen. Erst in der Nacht auf Sonntag war auf der Alaunstraße eine 26 Jahre alte Radfahrerin nach der Kollision mit einem entgegenkommenden Fahrzeug leicht verletzt worden.

Als Reaktion auf den Unfall hatte Steve König, der stellvertretende Vorsitzende der Piraten Dresden, ein „Umdenken in der Verkehrsplanung“ gefordert: „Sichere und komfortable Radverkehrsführung ist ein Schlüsselelement in der Angebotsplanung für eine Stärkung des Radverkehrs. Hierzu müssen insbesondere fehlende netzverbindende Komponenten wie z.B. am Bischofsweg jetzt schleunigst sicher und komfortabel ausgestaltet werden.“

Vor diesem Hintergrund mahnte Martin Schulte-Wissermann, Mitglied des Bauausschusses des Stadtrats, eine Umsetzung des kürzlich beschlossenen Radverkehrskonzeptes für sichere und komfortable Radführungen an: „Dies jetzt nicht im Zuge der Umbaumaßnahmen umzusetzen, wäre ein echtes Armutszeugnis für Politik und Verwaltung“. Mit mehreren Fragen zur Verbesserung der Radfahrsicherheit am Bischofsplatz hatte sich zudem der Grünen-Stadtrat Johannes Lichdi an Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) gewandt.

Erst kürzlich hatte sich der Dresdner Ableger des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC) zum Umbau der nur wenige hundert Meter entfernten Kreuzung an der Schauburg zu Wort gemeldet und die bisherigen Planungen scharf kritisiert. In ihrem Text appellierte der Verein noch einmal daran, die bereits im Juli 2016 eingebrachten Vorschläge für eigenständige Radwege in die Planungen mit einzubeziehen. Der ADFC, so ein Vorstandsmitglied abschließend, „setzt sich dafür ein, dass die Sicherheit aller deutlich vor dem Bedarf nach Parken und Anlieferung geht“.

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