Kultur

„Nächster Halt: Fruitvale Station“

In dieser Woche startete der Film „Nächster Halt: Fruitvale Station“ des amerikanischen Nachwuchs-Regisseurs Ryan Coogler in den deutschen Kinos. Erzählt werden die letzten 24 Stunden eines 22-Jährigen, der nach einem Streit in einer U-Bahn in der Silvesternacht von einem 27jährigen Bahnpolizisten erst getreten und später erschossen wird. Das bereits mehrfach ausgezeichnete Erstlingswerk von Ryan Coogler feierte schon im vergangenen Jahr beim renommierten „Sundance Film Festival“ seine Premiere und schaffte es bis in die Top 10 der US-Kinocharts.

Die Geschichte basiert auf der Ermordung von Oscar Grant III im kalifornischen Oakland am Neujahrsmorgen 2009. Obwohl die Ermittler zunächst von einem Unfall sprachen, zeigten Videoaufnahmen durch Zeugen der Tat etwas anderes. Als Reaktion auf die im Internet verbreitete öffentliche Hinrichtung des gefesselt am Boden liegenden Mannes, kam es erst zu Protesten, die im Anschluss an seine Beerdigung nur wenige Tage nach der Tat, in stundenlangen Ausschreitungen endeten. Angehörige des Opfers und Vertreter der afro-amerikanischen Community hatten der Polizei und Bahngesellschaft vorgeworfen, die ihrer Ansicht nach rassistisch motivierte Tat vertuschen zu wollen.

Das Verfahren gegen einen bekannten Journalisten, der als erster über den Fall in der Bay Area berichtet hatte, wurde erst im Februar 2010 eingestellt. Er war nach den Auseinandersetzungen mit der Polizei von den Behörden unter dem Vorwand festgenommen worden, für die Ausschreitungen verantwortlich gewesen zu sein. Der nach dem Mord zunächst untergetauchte Täter Johannes Mehserle wurde anderthalb Jahre nach der Tat von einem Geschworenengericht in Los Angeles lediglich wegen fahrlässiger Tötung schuldig gesprochen worden. Der Familie des Opfers wurde schließlich ein Schmerzensgeld zugesprochen.

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