Nazis

Am Einheitswochenende: Islamfeindliche Hetze in Dresden

26. Oktober 2016 - 14:38 Uhr

Dem Mondkalender folgend lud der Dresdner Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) zum Islamischen Neujahr am 2. Oktober Angehörige muslimischen Glaubens zu einem Empfang ins Rathaus, einem Ort der Begegnung, ein. Das ging vielen Islamfeinden und Neidern zu weit. Bereits im September tauchten in Gorbitz Handzettel mit der ursprünglichen Einladung auf, ergänzt um die Losung „Freibier und Schweinefleisch“. Kurz vor der Feierlichkeit agierte auf Facebook kein Geringerer als der Vorsitzende des Ausschusses für Soziales und Verbraucherschutz, Gesundheit und Integration im Sächsischen Landtag, André Wendt (AfD), in einem Störaufruf als Kontaktperson.

Am Morgen des 2. Oktober zeigten sich daraufhin etliche „Besorgte Bürgerinnen und Bürger“ teils mit rohem Schweinefleisch vor dem Neuen Rathaus. Mindestens einem Provokateur gelang es trotz strenger Personenkontrollen in den Saal zu gelangen. Bei einer Koranrezitation kam es schließlich zu Störungen durch Rufe und Trillerpfeifen. Nach einem Handgemenge wurde mindestens eine Person aus dem Saal gebracht. Als der Oberbürgermeister nach dem Empfang einem Stand der Partnerstadt Wrocław einen Besuch abstatten wollte, wurde er von dem vor dem Rathaus lungernden Mob verbal attackiert, was Hilbert aber kaum beeindruckte und er später als „war nicht so schlimm“ abtat (Video).

In dieser aufgeheizten Stimmung kam es Folgetag am Rande der offiziellen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit zu einer Jagdszene durch den Dresdner Hauptbahnhof, bei der PEGIDA-Bachmann und sein Gefolge den Präsidenten des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, derart bedrängten, dass dieser Polizeischutz in Anspruch nehmen musste. Lutz Bachmann und Co. konnten nach dem Vorfall den Ort des Geschehens unbehelligt verlassen. Wenige Tage zuvor war bei einem Sprengstoffanschlag im Stadtteil Cotta die Eingangstür einer Moschee schwer beschädigt worden.


Veröffentlicht am 26. Oktober 2016 um 14:38 Uhr von Redaktion in Nazis

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