Nazis

Einzelfälle häufen sich – Wieder rassistischer Übergriff in Dresden

Am frühen Sonntagmorgen wurden im Dresdner Stadtteil Löbtau zwei Männer (32/37) an der Kesselsdorfer Straße von mehreren Unbekannten beschimpft und angegriffen. Nachdem sie die Straßenbahn der Linie 7 an der Haltestelle Bünaustraße verlassen hatten, folgte ihnen nach Polizeiangaben eine Gruppe aus fünf bis sechs jungen Männern. Nach anfänglichen rassistischen Beschimpfungen wurden die Angreifer handgreiflich und traktierten ihre Opfer mit Schlägen und Tritten. Als einer der Betroffenen versuchte, in einem Fahrzeug Schutz zu suchen, stellten sich die Männer vor das Auto und schlugen eine Seitenscheibe ein.

Die herbeigerufene Polizei konnte noch in Tatortnähe drei der mutmaßlichen Angreifer im Alter von 22, 24 und 25 Jahren stellen und ermittelt nun wegen gefährlicher Körperverletzung, Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und Sachbeschädigung. Die zwei angegriffenen Personen erlitten bei dem Übergriff leichte Verletzungen. Mögliche Zeugen der Tat werden gebeten, sich unter der 0351-4832233 bei der Polizei zu melden. Erst vor einer Woche war im Stadtteil Zschertnitz unweit vom Campus der TU Dresden ein junger Mann überfallen und so sehr verletzt worden, dass er im Anschluss in einem Krankenhaus stationär behandelt werden musste. Auch in diesem Fall prüft die Polizei, ob es sich um eine rassistisch motivierte Tat gehandelt hat.

Obwohl in diesem Fall die Polizei zumindest drei der Täter feststellen konnte, zeigt der Vorfall deutlich, dass inzwischen nicht mehr von Einzelfällen gesprochen werden kann. Dennoch haben sich bislang weder politisch Verantwortliche in dieser Stadt, noch Teile der kaum vorhandenen Zivilgesellschaft zu den Übergriffen geäußert und sich mit den Opfern solidarisiert. Stattdessen hatte nach dem Überfall auf eine Hamburger Schulklasse in Bad Schandau der kürzlich erst wieder gewählte CDU-Bundestagsabgeordnete der Region Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Klaus Brähmig, den Übergriff als „Einzelfall“ verharmlost und damit eine reale Gefahr für alle die Menschen geleugnet, die in den letzten Wochen von rechten Schlägern überfallen und verletzt worden sind.

Kommentare

  1. martahatari sagt:

    Es muss hier mehr passieren als nur die Menschenkette am 13. Februar. Leider ist der Trend europaweit steigend, man sollte sich international gegen rechts vernetzen, denn sie werden schon wieder rekrutiert und losgelassen, in Griechenland und Ungarn nimmt es erschreckende Ausmaße an.

  2. emiliano sagt:

    Leider sind rassistische Übergriffe in Dresden/Sachsen alltäglich, auch wenn einige das nicht wahr haben wollen! Seit 1989 werden Menschen, vor allem erkennbar MigrantInnen Opfer von Radikale Dumpfbacken. Aber auch scheinbar nicht typisch gekleidete oder aussehende. Für das Konservative Dresden sind es aber immer Einzelfälle. Mutmaßliche Autonome sind schlimmer, weil sie Betteln, dreckisch sind und nicht arbeiten gehen. Was hat mir ein Pfarrer und Politiker einmal gesagt: In Sachsen gibt keine Ausländerfeindlichkeit aber Fremdenunfreundlichkeit. Das ist ein großer Unterschied. Und 13. Februar 2014 werden wir wieder da stehen wo wir mal Anfang waren… Aussitzen… Schweigen um den Bürger nicht unnötig damit zu belasten. Es reicht anscheinend zu schreiben: Sachsen ist Weltoffen. Wir haben doch ein tolles welcome center…

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