Nazis

Mutmaßlicher Rechtsterrorist als Ordner bei PEGIDA

Spätestens nach der Verhaftung eines 30-Jährigen Dresdners, der zuvor nicht nur als Redner bei PEGIDA aufgetreten war, sondern auch für zwei Sprengstoffanschläge auf eine Moschee und das Internationale Congress Center (ICC) wenige Tage vor den Einheitsfeierlichkeiten verantwortlich gemacht wird, wurden die durch antifaschistische Strukturen bereits frühzeitig aufgezeigten personellen und ideologischen Überschneidungen zwischen PEGIDA und der lokalen Naziszene sichtbar. Nun belegen Aufnahmen, dass sich mit Timo Schulz auch einer der mutmaßlichen Rädelsführer einer rechten Gruppe aus Freital, in mindestens zwei Fällen an den wöchentlichen Aufmärschen in Dresden beteiligt hatte.

Schulz, der sich aktuell mit insgesamt sieben weiteren Personen in Dresden vor dem Dresdner Oberlandesgericht wegen versuchten Mordes in vier Fällen und der Bildung einer terroristischen Vereinigung verantworten muss, beteiligte sich dabei jedoch nicht nur als Teilnehmer, sondern nahm am 22. Dezember auch als Ordner an der zehnten von mittlerweile einhundert Veranstaltungen teil. In einem zweiten Fall hatte sich Schulz im Januar 2015 erneut an einer Demonstration von PEGIDA im Stadtzentrum von Dresden beteiligt. Schon vor seinem Umzug ins beschauliche Freital war Schulz im norddeutschen Raum bei einer Reihe von Aufmärschen aufgefallen und hatte zum Umfeld der vor einem Jahr verbotenen rechten Gruppierung „Weisse Wölfe Terrorcrew“ gehört.

An seinem Beispiel lässt sich auch die Radikalisierung von Teilen der PEGIDA-Anhängerschaft aufzeigen. Bereits zu Beginn der ersten Demonstrationen hatten im Freistaat nicht nur rassistische Hetze, sondern auch die auf Verständnis ausgerichteten Gesprächsangebote aus den Reihen der sächsischen Landespolitik zu einer deutlich gestiegenen Gewaltbereitschaft gegenüber Migrantinnen und Migranten geführt und in den mehrtägigen rechten Ausschreitungen von Heidenau ihren vorläufigen Höhepunkt gefunden. Für Schulz fand seine Beteiligung an den rechten Hetzdemonstrationen wenige Monate später am Vorabend des ersten Jahrestages von PEGIDA mit einem Überfall auf ein alternatives Wohnprojekt im Dresdner Stadtteil Übigau seinen Abschluss.

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