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Staatsschutz ermittelt nach Auswärtsspiel von Lokomotive Leipzig

Nach der Fußball-Oberliga-Begegnung zwischen dem Bischofswerdaer FV und dem 1. FC Lokomotive Leipzig ist es in der Innenstadt von Bischofswerda nach Polizeiangaben zu einer Auseinandersetzung zwischen mehreren Anhängern des Leipziger Vereins und einem Imbissbetreiber gekommen. Dabei wurde nicht nur eine Scheibe des Geschäftes zerstört, sondern auch der Besitzer rassistisch beleidigt. Bei der Auseinandersetzung wurde der 44jährige Besitzer des Imbisses offenbar mit einem Messer an der Hand verletzt und musste sich anschließend in einem Krankenhaus behandeln lassen. Wenig später nahmen Kräfte der Bundespolizei und der Polizeidirektion Görlitz die Personalien von sechs der an dem Vorfall mutmaßlich beteiligten Männer im Alter zwischen 23 und 46 Jahren auf.

Da derzeit ein rechtes Motiv für die Tat nicht ausgeschlossen werden kann, hat der Staatsschutz die Ermittlungen wegen des Verdachtes des Landfriedensbruchs und gefährlicher Körperverletzung übernommen. Wer die tatverdächtigen Männer gesehen hat oder Angaben zu deren Verhalten machen kann, wird gebeten, sich unter der 03581-468100 mit der Polizei in Verbindung zu setzen. Vor dem Zwischenfall hatte der von mehreren hundert Fans begleitete Leipziger Verein das Spitzenspiel der Oberliga Süd mit 5:0 für sich entscheiden können. Lok führt durch den elften Sieg in Folge die Oberliga-Tabelle aktuell mit 38 Punkten an.

Der Verein hatte in der Vergangenheit mit Teilen seiner rechten Anhänger immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. Nach einem Auswärtsspiel in Babelsberg hatte der Lok-Vorstand im Sommer 2013 gegen die Gruppe „Scenario“ Sanktionen ausgesprochen und mehrere ihrer Mitglieder mit einem Hausverbot belegt. Als beim Spiel von Lok im Erfurter Steigerwaldstadion im Juni Anhänger des Vereins das Spielfeld stürmten und damit einen Abbruch der Partie erzwangen, griffen die teilweise vermummten Täter anschließend Ordner, Spieler und Betreuer sowie Polizisten an. Insgesamt wurden bei den Ausschreitungen nach Polizeiangaben 31 Menschen verletzt, acht von ihnen mussten in ein Krankenhaus gebracht werden.

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