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Tag der offenen Tür in Laubegast: Flutung verhindert

Am Tag der offenen Tür im ehemaligen Laubegaster Hotel „Prinz Eugen“ haben gestern zwei Frauen und drei Männer in zwei Zimmern die Abflüsse verstopft und anschließend die Wasserhähne aufgedreht, um so einen möglichst großen Schaden an der für die Unterbringung von Asylsuchenden vorgesehenen Unterkunft anzurichten. Da der Vorfall jedoch vom Sicherheitspersonal des Hauses bemerkt worden war, entstanden keine größeren Schäden. Der städtische Koordinator für Asylfragen, Sven Mania, erstattete nach dem Vorfall Strafanzeige bei der Polizei. Nach dem Ende der Besichtigung protestierten etwa 100 Menschen auf der Österreicher Straße gegen das Vorhaben, noch im Juni mit dem Einzug der ersten von bis zu 94 Asylsuchenden zu beginnen.

Bereits seit mehreren Monaten kommt es in Laubegast immer wieder zu Protesten, an denen sich im Herbst letzten Jahres teilweise mehrere hundert Menschen beteiligt hatten. Der Höhepunkt war ein von NPD-Ortsbeirat René Despang angemeldeter Fackelmarsch Ende vergangenen Jahres. Dabei waren unter den Augen der Polizei an mehreren Stellen von teilweise vermummten Personen neben Fackeln auch Böller und Raketen eingesetzt worden. Trotz der anhaltenden Proteste und Drohungen gibt es jedoch auch Im Stadtteil organisiert das Netzwerk „Laubegast ist bunt“ schon seit letztem Jahr Sprachkurse, ein Begegnungscafé und Sportangebote für die neuen Bewohnerinnen und Bewohner des Viertels.

Durch die Abschottung der europäischen Innen- und Außengrenzen geht die Zahl neuer Asylsuchender nach Angaben der Stadt weiter zurück. Von den seit Jahresbeginn insgesamt 1.218 Personen der Stadt zugewiesenen Menschen kam ein Großteil aus Syrien (464), Afghanistan (288) und dem Irak (115). Nach dem Rückgang der Zahlen hatte Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) schon im April die Räumung städtischer Turnhallen angekündigt: „Die Unterbringung von Asylbewerbern in Dresdner Turnhallen war eine Interimslösung. Im Interesse der Asylbewerber und der Sportvereine freue ich mich, das wir das jetzt abschließen können und die Hallen ihrer eigentlichen Bestimmung wieder zurückgeben.“

Artikel zum Tag der offenen Tür: Zwischen Offenheit und Anti-Asyl-Demo

Kommentare

  1. Bürger sagt:

    Man muss den Mut haben andersdenkende Menschen an einen runden Tisch zu bringen. Dort zu so lange diskutieren bis einigermaßen Überein-stimmung erreicht wird, das nenne ich dem Schicksal in den Rachen zu greifen (Beethoven) Nur das ist politischer Mut zur Sachlichkeit. Was nützt es wenn man sich nur beschimpft. Wir wollen kein zweites 1933.

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