Soziales

Kinderarmut ist in Sachsen weit verbreitet

1. August 2014 - 21:22 Uhr

Wie aus einer kleinen Anfrage des Landtagsabgeordneten der Linken, Dietmar Pellmann, hervorgeht, liegt die Zahl der Kinder, die in Sachsen auf staatliche Unterstützungsleistungen angewiesen waren, noch immer auf hohem Niveau. Während die offiziell registrierten Arbeitslosen im Freistaat weniger wurden und die Arbeitslosenquote im Juli mit 8,4 Prozent einen neuen Tiefpunkt erreichte, hatte diese scheinbare Verbesserung der wirtschaftlichen Gesamtsituation in Sachsen bislang kaum Auswirkungen bei den von Armut betroffenen etwa 20 Prozent der sächsischen Kinder.

Mit 96.731 lag die Zahl der finanziell benachteiligten Kinder Ende 2013 nur leicht unter den Vergleichszahlen von 2012. Damals waren 98.734 Kinder auf Leistungen nach SGB II, SGB XII und Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) angewiesen. Trauriger Spitzenreiter der von Sozialministerin Christine Clauß (CDU) vorgelegten Zahlen war einmal mehr Leipzig, in der Messestadt lag die Quote mit 27,6 Prozentpunkten (18.131 Kinder) nicht nur deutlich über den Zahlen von Dresden, wo 18,5% (13.044 Kinder) Sozialhilfeleistungen benötigen, sondern sogar geringfügig höher als 2012. Insgesamt lässt sich aus den aktuellen Zahlen erneut ein deutliches Gefälle zwischen den Landkreisen (18,3%) und kreisfreien Städten (23,2%) wie Leipzig, Chemnitz oder Dresden erkennen.

Der sozialpolitische Sprecher der Linken erneuerte angesichts der vorliegenden Zahlen die Forderung seiner Partei nach einer gerechten Verteilung der Haushaltsmittel im Freistaat, um damit den Soziallastenausgleich zwischen den sächsischen Kommunen zu verbessern. Abschließend setzte er sich für eine soziale Grundsicherung für Kinder als wirksame Methode dafür ein, Kinderarmut „ernsthaft“ zu überwinden. Ein von neun Verbänden und zahlreichen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ins Leben gerufene Bündnis hat sich aus diesem Grund für einen „Systemwechsel in der Familienpolitik“ ausgesprochen. Das Ziel des Anfang 2009 gegründeten Bündnisses ist eine Kindergrundsicherung in Höhe von 536 Euro pro Kind und Monat, welche das „bürokratische und sozial ungerechte System“ aus Kindergeld, Kinderfreibeträgen und Hartz-IV-Regelsätzen künftig ersetzen soll.


Veröffentlicht am 1. August 2014 um 21:22 Uhr von Redaktion in Soziales

Ergänzungen

  • Warum vergleicht ihr eigentlich absolute Zahlen mit Prozentwerten?! Könnt ihr nicht (um-)rechnen, oder wollt ihr die Leser – innen wie außen – verarschen?

  • Solange ihr die Hartzer nicht vom Sofa bekommt, solange wird die Kindergrundsicherung auch nicht beim Kind ankommen sondern wohl ganz wo anders.

    Hartz IV kürzen .. radikal!

  • @Krümmelkacker…. ich weiß überhaupt nicht was du meinst

    @G lies ein buch bevor du wieder nach unten trittst…

  • @G wussten Sie, dass es eine ganze Institution -Arbeitsamt, nicht Jobcenter!- gibt, die hauptsächlich arbeitslose Akademiker (sogenannte „Nichtleistungsempfänger“ verwaltet und davon haupsächlich Frauen (mit Kindern)?! Wissen Sie, wie das kommt?! In der dt. Forschung erfolgt die Finanzierung in 3-5 Jahresprojekten, danach muss wieder neu beantragt werden – wenn eine solche Frau Kinder bekommt, ist sie hochqualifiziert raus aus dem Job! und dann kümmert sie und auch andere Arbeitslose sich meistens darum, dass Kinder in den Schulen Klassenfahrten usw. machen können weil nur soviel Lehrer eingestellt werden, wie man genau braucht (deshalb gibt es Lehrer die von Schule zu Schule wechseln, wenn ein Lehrer erkrankt ist, oder die Schülerzahl nur 1/2 Lehrer lt. Statistik ergibt). Es ist auch nicht selten, dass Lehrer über die Schulferien entlassen werden und dann von HARTZ IV leben, während es Manager gibt, die 60 Mill. € Entschädigung dafür erhalten, dass sie ihr Unternehmen runter gewirtschaftet haben und es jetzt billig vom Konkurrenten aufgekauft wird und zig Mitarbeiter in HARTZ IV geschickt werden – da hilft lesen und zwar nicht Fußballnachrichten… .

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