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Befreiung? Selbstverständlich.

Gleichzeitig zur geplanten Abschiebung einer 22jährigen Roma fand auf den Dresdner Elbwiesen unweit der Albertbrücke ein 8. Mai Befreiungs Open Air statt an dem sich in diesem Jahr knapp 400 Menschen beteiligten. Mit Feuerwerk, Transparenten und elektronischer Musik wurde unter den Augen der Polizei bis 22 Uhr an den 67. Jahrestag der Befreiung erinnert. Während es in Dresden von offizieller Seite auch auf Nachfrage in diesem Jahr keine öffentliche Veranstaltung zu dem Thema gibt und stattdessen von der Stadt auf den alljährlichen Trauermarathon im Februar (!) und den Tag der Deutschen Einheit verwiesen wird, zeigten die zumeist jungen Menschen nun schon zum dritten Mal in Folge, dass der 8. Mai und die militärische Zerschlagung Nazideutschlands auch ein Grund zum Feiern sein kann.

Weit über 300 Menschen feierten an der Elbe den Tag der Befreiung

Weit über 300 Menschen feierten an der Elbe den Tag der Befreiung

Wenn an einem geschichtsträchtigen Tag wie dem 8. Mai am Hauptbahnhof die Abschiebung einer jungen Roma unter dem Einsatz massiver staatlicher Gewalt durchgeprügelt wird, zeugt das nicht nur von mangelndem Geschichtsbewusstsein und einer rassistischen Abschiebepraxis, sondern eben auch von Kontinuitäten in einer sich nach Außen demokratisch und weltoffen gebenden deutschen Gesellschaft. Aus diesem Grund ist es auch 67 Jahre nach der bedingungslosen Kapitulation Nazideutschlands wichtig, an die Ereignisse zu erinnern und den rassistischen Normalzustand im hier und jetzt zu thematisieren. Während der Tag von 1950 bis 1966 und 1985 gesetzlicher Feiertag in der DDR gewesen ist, gilt der 8. oder 9. Mai zum Beispiel in der ehemaligen Sowjetunion, Frankreich, Tschechien und der Slowakei noch immer als offizieller Feiertag.

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