Kultur | Soziales

Trotz Erfolg: Dresdner Bibliotheken müssen sparen

Auf die Nutzerinnen und Nutzer der Dresdner Bibliotheken kommen in diesem Jahr Kürzungen bei den Angeboten zu und das obwohl die Zahl der ausgeliehenen Medien im vergangenen Jahr mit mehr als 5,6 Millionen (+ 1,9% gegenüber 2011) einen neuen Rekordwert erreicht hatte. Gleichzeitig wuchs die Gruppe der aktiven Leserinnen und Leser um 1,6% auf über 73.000. Die um 63% auf 61.000 rasant gestiegene Zahl der durch Onleihe ausgeliehenen elektronischen Medien in an sieben Tagen in der Woche und 24 Stunden geöffneten eBibo stellte ebenfalls einen neuen Spitzenwert dar. Die ab April geltenden Kürzungen bei den Schließzeiten sind eine Reaktion auf den zunehmenden Personalmangel. Mussten Angestellte der Bibliotheken 2002 noch 37.000 Entleihungen pro Jahr bewältigen, sind es heute schon 48.000. Auch bei den Veranstaltungen stieg der Anteil von 16 Veranstaltungen 2002 in diesem Jahr mit Unterstützung so genannter Lesepaten auf 47.

Auf Grund einer von Dresdens Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU) am 23. Oktober 2012 verhängten Haushaltssperre sank im vergangenen Jahr die Zahl neuer Medien um 6,2% auf knapp 54.000 Einheiten. Durch einen Anfang November veröffentlichen Aufruf, in dem die Bürgerinnen und Bürger der Stadt aufgerufen worden, den städtischen Bibliotheken Bücher zu spenden, konnten immerhin 25 neue Medien in den Bestand aufgenommen werden. Insgesamt erwirtschafteten die Stadtteilbibliotheken zusammen mit der 1997 eröffneten Haupt- und Musikbibliothek auf der Freiberger Straße und der medien@age Einnahmen in einer Höhe von knapp 1,2 Millionen Euro. Dies bedeutet gegenüber Kosten von fast 10,5 Millionen Euro eine Deckung von 11,2%.

Auf Grund der im Doppelhaushalt 2013/2014 beschlossenen Personaleinsparungen von 2% für die Bibliotheken, kann die in Pieschen ansässige Fahrbibliothek in Zukunft nur noch mit einem, statt wie bisher mit zwei Buchlastern ausfahren. Parallel dazu schrumpft die Zahl der bedienten Haltestellen um die Hälfte von bislang 28 auf nur noch 14. Außerdem werden ab dem 2. April die Öffnungszeiten in den meisten der insgesamt 19 Stadtteilbibliotheken zum Teil drastisch gekürzt. Von den Kürzungen besonders betroffen sind neben der medien@age im Stadtzentrum vor allem die Stadtteilbibliotheken in Bühlau, Cotta, Johannstadt und Klotzsche, in denen ab April an einem Tag in der Woche die Tür geschlossen bleiben muss. Die einzig erfreuliche Nachricht ist, dass der Etat für den Kauf neuer Bücher in diesem Jahr wieder steigen soll.

Kommentare

  1. Da sieht man mal was „kleine“ 2 Prozent letztendlich bedeuten…die Menschen denken nichts Schlimmes, dabei wird die Leistungsfähigkeit einer Bibliothek fast um die Hälfte gekürzt. Sehr schlecht!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *