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1. Mai 2009: Nazidemonstration in Dresden (Update 30.04.)

Wer herausfinden will, was Heuschrecken mit Kapitalismus zu tun haben sollen, derdie sollte sich den 1. Mai schon einmal rot im Kalender anstreichen. Dann nämlich will das Nationale Bündnis Dresden um 11 Uhr auf dem Postplatz zum Sturm auf den Kapitalismus blasen, um die „Heimische Wirtschaft und Arbeitsplätze [zu] schützen – Finanzheuschrecken bekämpfen“.

(Update 17.04.09)

Der Naziaufmarsch am 1. Mai wird nicht wie angekündigt am Postplatz beginnen, sondern wie schon am 13. und 14. Februar in diesem Jahr am Hauptbahnhof. Mittlerweile gibt es einen Aufruf zu antifaschistischen Gegenaktivitäten. Wir halten euch auf dem laufenden.

(Update 28.04.09)

Der Treffpunkt für die Antifakundgebung ist am 1. Mai ist um 10.30 Uhr der Dr.-Külz-Ring. Ein Infotelefon wird auch geschaltet sein, die Nummer dafür ist: 0152 – 29745031.

(Update 29.04.09)

Aus einem Artikel in der Sächsischen Zeitung geht hervor, dass es wie auch am 14. Februar in diesem Jahr weit entfernt von der eigentlich Naziroute auch von zivilgesellschaftlicher Seite Aktionen geben wird. So lädt der Wohltätigkeitsverein Dresdner Tafel zwischen 9 und 10 Uhr an der Goldenen Pforte des Dresdner Rathauses als Zeichen des Protestes zu einem für alle Menschen offenen „Demokratiefrühstück“ ein. Um 9 Uhr ist außerdem ein Demonstrationszug vom Albertplatz am Rande der Äußeren Neustadt zum Schlossplatz geplant, auf dem wie schon in den vergangenen Jahren die traditionelle Maikundgebung der Gewerkschaften und Parteien stattfinden wird.

(Update 30.04.09)

Die zentrale Demonstration der sogenannten „Freien Kräfte“, welche in Hannover stattfinden sollte, wurde heute vom Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe untersagt. Somit können die Nazis vor der Versammlung keine weiteren Rechtsmittel einlegen. Aus diesem Grund haben sächsische Nazis eine Demonstration in Freiberg bei Dresden angemeldet. Unter dem Motto „Zukunft statt Kapitalismus – Freiheit statt BRD“ soll die Demo um 12.30 Uhr am Bahnhof in Freiberg starten.

Kommentare

  1. Thomas sagt:

    Laut der NPD-Dresden-Seite wollen die sich um 11 am HbF treffen. Gibt es schon irgendwo ne geplante gegendemonstration?

  2. Wurzelzwerg sagt:

    Den Aufruf zu den „Gegenaktivitäten“ hätte man auch stecken lassen können. Wozu ruft man denn auf, noch dazu mit so einem selbstherrlichen Motto, wenn man dann selbst nicht mal was anbietet.

    Natürlich ist niemand verpflichtet was anzubieten, aber dann braucht man auch die Klappe nicht aufreißen. Vor allem hätte man seine eigene feine Aktion viel stressfreier durchführen können, weil die Gefahrenstufe von Seiten der Bullen ohne offiziellen Aufruf geringer ist. So wird wieder sinnlos Staub aufgewirbelt für nichts. Mehr Leute kommen einfach nur durch so einen Aufruf wohl nicht, eher noch weniger. Von daher hätte man sich das klemmen können.

  3. Klaus sagt:

    Ist natürlich ein zweischneidiges Schwert jetzt eine offizielle Kundgebung anzubieten. Einerseits werden viele Menschen lieber zu Hause bleiben als zusammen mit ein paar Dutzend Versprengten von der Polizei und den Nazis eingemacht zu werden. Diesen Leuten ist mit dem Angebot eines Anlaufpunktes schon geholfen. Natürlich ist es theoretisch möglich das die Polizei jetzt die Alarmstufe erhöht, angesichts der Verhältnisse am 13. Februar ist es aber eher wahrscheinlich das die Polizei jetzt aufatmet und wieder ganz beruhigt den Protest wegkesseln kann. Wer jetzt unbedingt in einer Kleingruppe losziehen und ein paar Fenster von Nazi und Polizeiwagen kaputtmachen möchte, der wird durch dieses Angebot sicher nicht davon abgehalten eher im Gegenteil. Aber darum kann es doch nicht gehen, wir wollen doch keine kaputten Scheiben, wir wollen das zunehmende Klima des Terrors das die Nazis hier und anderswo verbreiten eindämmen und zurückdrängen, das können wir nur indem wir diese Einschüchterungsmärsche in SA-Manier in ihrer Wirkung stören. Ein bisschen Sachschaden hilft da nichts, da müssen schon ein paar Tausend entschlossene Menschen gemeinsam stören, in diesen Rahmen sind sicher auch militante Aktionen sinnvoll, aber eben nicht isoliert. Nun sind wir in der bedauerlichen Situation das wohl wenn kein Wunder passiert allenfalls ein paar hundert kommen, das ist aber kein Grund sinnlosen Krawall anzufangen, sondern eher gemeinsam und entschlossen vorzugehen und vielleicht am Abend sagen zu können wir waren zu wenige aber wir haben viel daraus gemacht und niemand wurde dabei verletzt. Wenn wieder was geht kommen nächstes Jahr auch mehr Leute, wenn nur Sachbeschädigung und Körperverletzung im Amt passiert dann kommt irgendwann niemand mehr. Also kommt einfach alle am Freitag und probiert was geht. Vielleicht kommen wir auf die Strecke vielleicht können wir den Tag friedlich gestalten vielleicht solidarisiert sich der Otto-Normal-Bürger in der einen oder anderen Form mit uns.

  4. Wurzelzwerg sagt:

    Nur soviel, mir ging es nicht explizit um militante Aktionen. Da stimme ich dir auch zu, dass das bei den paar Hundert, die kommen werden (und das ist schon hoch gegriffen) keinen Erfolg haben kann. Deshalb muss die Überlegung tatsächlich sein, was führt langfristig zum Erfolg. Das wird eben nicht der letzte Naziaufmarsch in Dresden gewesen sein.

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