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Schwere rassistische Übergriffe in Dresden

Knapp eine Stunde nach dem Finaleinzug der deutschen Mannschaft randalierten in Dresden mehrere dutzend Nazis unter den Augen zahlreicher Deutschlandfans in Partylaune im alternativen Szeneviertel Neustadt und griffen wahllos links zugeordnete Menschen an.

Nach dem EM-Halbfinale zwischen Deutschland und der Türkei kam es im alternativen Szeneviertel Neustadt zu schweren Ausschreitungen. Mehrere dutzend Nazis griffen mindestens drei türkische Imbisse an und verletzten dabei Menschen. Während in den Straßen türkische Fahnen verbrannt wurden und viele der so genannten alternativen Menschen in Sprechchören immer wieder „Wir hassen die Türkei!“ skandierten, griff die anwesende Polizei nur sporadisch in die Szenerie ein. Auch zwei Stunden nach den Übergriffen fühlten sich die Einsatzkräfte nicht in der Lage, ein genaues Bild der Lage wiederzugeben und Anzeigen der Betroffenen aufzunehmen. Erstaunlicherweise wusste der Pressesprecher der Polizei schon am gestrigen Abend, dass die mutmaßliche Tätergruppe (Randalierer sic!) als gewaltbereit bekannt gewesen ist, während seine Kolleginnen und Kollegen auch auf Hinweise dass gerade vor ihren Augen türkische Fahnen verbrannt werden nur Nicken konnten und wollten.

Das Bild reiht sich ein in eine Kette von Versagen die nicht erst gestern nach dem von Deutschland 3:2 gewonnen Spiel angefangen hat. Nachdem bereits am Wochenende mehr als 500 randalierende Nazis mit „Deutschland den Deutschen!“-Rufen durch die Innenstadt rennen durften, äußerte ein Polizeisprecher auf Nachfrage sinngemäß, dass man da nichts machen kann, während die lokale Presse gleichzeitig das „erfolgreiche“ Konzept der Polizei an dem Tag lobte. Nicht zu vergessen das alljährliche mediale Schweigen am 13. Februar, wenn wie jedes Jahr mehrere tausend Nazis aus ganz Europa auf einem für die Naziszene enorm wichtigen „Trauermarsch“ durch Dresden laufen.
Sachsen und insbesondere Dresden bleibt ein Ort in dem das staatliche Gewaltmonopol nicht nur theoretisch obsolet geworden zu sein scheint. Während bei linken Demonstrationen immer wieder Leute festgenommen und verletzt werden, bleibt beim Thema „Rechtsextremismus“ der Polizeiknüppel auffällig oft ungenutzt.

Das sind Bilder die zusammengesetzt an Zustände wie Anfang der 90er erinnern lassen, als ausländerfeindliche Krawalle in Deutschland an der Tagesordnung waren und diese Umstände zur faktischen Abschaffung des Rechts auf Asyl geführt haben. Wir haben keinen Lust, dass sich Geschichte wiederholt und fordern ein Ende des Fußball-Party-Nationalismus nicht nur in Dresden.

Solidarität mit allen Betroffenen!
Schaut nicht weg! Wehrt Euch gegen rassistische Gewalt!
Kein Fußball für Faschisten!

Quelle: Indymedia (26.06.08)

Presse

Die Welt (26.06.08)
Sächsische Zeitung (26.06.08)
Spiegel Online (26.06.08)

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