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Der König ist tot! Es lebe der König?

Pünktlich zur Weihnachtszeit wollen wir euch einen Text des politischen Buchladens „König Kurt“ im Dresdner Hechtviertel ans Herz legen. Der aus internen Diskussionen heraus entstandene Beitrag setzt sich dabei nicht nur mit der derzeitigen Situation und den möglichen Konsequenzen für das seit 2000 existierende Projekt auseinander, sondern ist zugleich auch der Versuch, interessierte Menschen für die Mitarbeit im „König Kurt“ zu gewinnen. Alle anderen sind aufgerufen, beim Kauf von Büchern künftig einmal mehr darüber nachzudenken, welche Vorteile der Weg zum Buchladen des Vertrauens gegenüber dem Kauf über das Internet hat. Die Gelegenheit dazu gibt es hoffentlich noch bis weit über April 2017 hinaus immer Dienstags bis Donnerstags von 15 bis 21 Uhr.

Der König ist tot! Es lebe der König?

Nun sind wir schon 16 Jahre alt! Doch hat es jemand bemerkt? Gefühlt nicht! Dieses Jahr haben wir auch keine Feier gemacht. Denn nach unserer
letzten großen Geburtstagsfeier kam es zu internen Diskussionen um den Fortbestand des König Kurt. Unzufriedenheit über das Nutzungsverhalten des Buchladens, geringe Zeitkapazitäten der Projektmitglieder und die Frage nach einem Sinn in Zeiten von Amazon und Ähnlichem waren die Punkte die wir diskutierten und in einem Text veröffentlichten.

Totgesagte leben länger! Aber wie lange eigentlich noch?

Im Oktober dieses Jahres haben wir uns die Zeit genommen, um uns dieser Frage ausgiebig zu widmen. Weit weg des Urbanen diskutierten wir zwei Tage lang, was nun mit dem Projekt König Kurt werden soll. Unsere Antwort steht nun fest. Unser geliebter König Kurt wird nun noch ein halbes Jahr an seinen Geräten künstlich am Leben gehalten. Wenn es bis dahin keine Besserung gibt, ziehen wir die Stecker!

Was treibt uns eigentlich zum Regizid?

In unseren Diskussionen haben wir uns sehr ausgiebig mit uns selbst und der Idee eines linken Buchladens beschäftigt. Wir konstatierten, dass die Probleme genau dieselben sind wie letztes Jahr. Irgendwie haben wir es aber selbst verpasst, uns dieser Probleme zu entledigen. Die Folgen dessen haben uns nun eingeholt und wir haben uns schweren Herzens die Option der Beerdigung des Projektes König Kurt aufgemacht.

König Kurt ersuchte um Gnadenfrist!

Trotz des eher desolaten Zustands ist die Idee eines linken Buchladens noch nicht gestorben. Daher haben wir uns entschieden das Projekt noch ein halbes Jahr weiter bestehen zu lassen. Doch diesmal nicht mit geschlossenen Ohren und Augen. Wir haben uns bestimmte Ziele gesetzt, die im April 2017 evaluiert werden sollen. Das ganze bedeutet für uns viel Arbeit. Und allein werden wir das nicht schaffen können.

Daher kurze Rede langer Unsinn und ein Appell an euch!

Wenn Du Lust hast, mit uns zu diskutieren, Veranstaltungen zu planen oder schon immer mal deine Nase in die hoch komplexen Funktionsmechanismen eines Buchladens stecken wolltest und dies alles auch noch kollektiv meistern willst, dann komm doch einfach bei uns im Laden vorbei und frag uns an. Falls du aber keine Zeit haben solltest oder auch einfach keine Lust hast, bei uns mit zu gestalten, so kannst du uns aber trotzdem immer unterstützen, indem du dir deine Bücher künftig über uns kaufst.

Wir freuen uns auf dich!

Die König_innen deines politischen Buchladenkollektives im Hecht

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