Antifa

Solidaritätsdemonstration in Freital

12. Mai 2015 - 09:37 Uhr

Am Freitag dem 8. Mai fand zeitgleich mit zahllosen Veranstaltungen, die an das Ende des deutschen Vernichtungskrieges 70 Jahre zuvor erinnerten, in der beschaulichen Stadt Freital eine linke Demonstration statt, die die desolate Lage der Geflüchteten, sowie die rassistische Hetze der Anwohnerinnen und Anwohner thematisieren sollte (Bilder 1 | 2). Nachdem als Auftaktort der Parkplatz des Toom-Baumarktes, der vor einigen Wochen noch Unterschriftenlisten gegen die Unterbringung von Asylsuchenden ausliegen hatte, kurzfristig ausfiel, sammelten sich die Menschen vor dem Landratsamt, um ihren Marsch zu beginnen, der vor der Unterkunft der Geflüchteten, dem ehemaligen Leonardo-Hotel, enden sollte. Die über 250 Teilnehmenden der Demonstration thematisierten in Redebeiträgen die rassistischen Verhältnisse in der nicht einmal zehn Kilometer von Dresden entfernten Kleinstadt und riefen lautstark zur Solidarität mit den geflüchteten Menschen auf.

Neben einigen Solidaritätsbekundungen durch Anwohnerinnen und Anwohner, gab es auch immer wieder Pöbeleien durch Nazis im direkten Umfeld der Demonstration. Trauriger Höhepunkt war ein gewalttätiger Angriff auf Fotojournalisten, welche die parallel stattfindende Demonstration „Nein zum Heim“ journalistisch dokumentieren wollten. Die anwesende Polizei sah sich offensichtlich nicht in der Lage, die Sicherheit der Pressevertreter zu gewährleisten und verbannte diese an das Ende der Demonstration, da sie „eine Provokation für die Demonstranten seien“, so ein Polizeibeamter wörtlich. Auch die über und über mit asylfeindlichen und rassistischen Aufklebern versehenen Verkehrsschilder der Stadt zeugten von einem Klima der Abneigung und Missgunst. Eine weiterer Beleg ist die kürzlich ins Leben gerufene Bürgerwehr, die von mehreren hundert Menschen unterstützt wird und leider nicht nur in sozialen Netzwerken aktiv zu sein scheint.

Dennoch war es eine wichtige und hoffentlich auch nicht letzte Demonstration in dieser Stadt. Die im Freitaler Willkommensbündnis organisierten Menschen leisten seit Wochen sehr gute Arbeit und helfen den tristen Alltag in der sächsischen Provinz für die dort untergebrachten Menschen etwas erträglicher zu gestalten. Durch die anhaltende feindliche Atmosphäre von Teilen der Bevölkerung gilt es aus diesem Grund, sie auch in Zukunft in ihrer Arbeit zu unterstützen. Wichtig dabei wird es sein, auch die politisch Verantwortlichen in der Stadt an ihre Verantwortung bei der Unterbringung von Asylsuchenden zu erinnern und für deren Sicherheit zu sorgen.

Weiterer Bericht: 08.05.2015 – Freital Demonstration


Veröffentlicht am 12. Mai 2015 um 09:37 Uhr von Redaktion in Antifa

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