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Bautzen: Jugendlicher bei Übergriff verletzt (Update 16.01.)

Einen Tag nach dem Eklat beim Besuch von Bundespräsident Joachim Gauck kam es Polizeiangaben zufolge in Bautzen zu einem Übergriff auf einen 16jährigen Asylsuchenden. Demnach war der 16-Jährige am Samstag gegen 11:30 Uhr auf der Dresdener Straße unterwegs, als er plötzlich von vier jungen Männern umringt und festgehalten wurde. Anschließend sollen zwei der Männer ihn geschlagen und getreten haben. Nachdem der 16-Jährige sich losreißen und in Richtung seiner Unterkunft laufen konnte, flohen auch die unbekannten Täter in Richtung Friedensbrücke. Der Jugendliche musste danach in einem Krankenhaus medizinisch versorgt werden.

Inzwischen hat der Staatsschutz die Ermittlungen in dem Fall übernommen und sucht nun nach Hinweisen zu den etwa 20 Jahre alten Tätern. Einer der Männer soll zur Tatzeit mit einem roten Sweatshirt bekleidet gewesen sein. Die übrigen Männer trugen verschiedenfarbige Jacken, eine soll schwarz, die andere gelb und die dritte Jacke weiß gewesen sein. Hinweise nimmt die Polizeidirektion Görlitz telefonisch unter der 03581-468100 entgegen. Erst vor drei Wochen war es zu einem Brandanschlag auf eine für Asylsuchende vorgesehene Unterkunft gekommen. Bereits im Januar hatte nach dem Ende einer rechten Versammlung in der Altstadt eine Gruppe zwei Asylsuchende umringt und geschlagen.

Nach einer Reihe von sorbenfeindlichen Übergriffen 2014 hatte die Polizei in Ostsachsen letztlich vier der mutmaßlichen Täter ermitteln können. Doch ein Prozesstermin lässt auch anderthalb Jahre nach den Übergriffen auf sich warten. Ursache dafür sei nach Informationen einer Sprecherin der Görlitzer Staatsanwaltschaft eine Überlastung des für die Anklage zuständigen Staatsanwalts. Kritik an der langen Prozessdauer kam von der Linken: „Es braucht vor allem im Bereich des Minderheitenschutzes schnelle Urteile, um die Rechtsstaatlichkeit zu wahren“, so Heiko Kosel, der Sprecher für Angelegenheiten der sorbischen Minderheit in Sachsen.

(Update 16.01.)

Wie die Polizei heute mitteilte, war der geschilderte Überfall offensichtlich vorgetäuscht. Gegenüber Ermittlern räumte der 16-Jährige ein, den Übergriff aus Frust heraus erfunden zu haben.

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