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Pläne für Asylsuchendenunterkunft in Klotzsche gestoppt

Die Pläne für die in einer ehemaligen Schule in Klotzsche angedachte Asylsuchendenunterkunft liegen vorerst auf Eis. Das gab Dresdens parteiloser Sozialbürgermeister Martin Seidel am Donnerstag in einer Sitzung des Ausschusses für Soziales und Wohnen bekannt. Als Grund nannte er die um 280.000 auf 730.000 Euro gestiegenen Baukosten für das bis 2012 als Außenstelle des Gymnasiums Dresden-Klotzsche genutzte Gebäude. Da die Räumlichkeiten zudem lediglich übergangsweise genutzt werden sollten, seien die zusätzlichen finanzielle Aufwendungen dafür „nicht mehr vertretbar“. Erst im Juli hatten etwa 30 Nazis in unmittelbarer Nähe gegen das Wohnheim protestiert, bereits im Februar hatte sich der Klotzscher Ortsbeirat mit den Stimmen der CDU und NPD gegen den neuen Standort ausgesprochen.

Im März hatte eine Mehrheit im Dresdner Stadtrat die Sanierung des seit September 2012 leer stehenden Gebäudes „Zur Wetterwarte 34“ beschlossen und damit den Weg für eine Gemeinschaftsunterkunft für insgesamt 60 Asylsuchende frei gemacht. Damals waren die Bauplaner jedoch nur von Kosten in Höhe von 450.000 Euro ausgegangen. Der nun festgestellte finanzielle Mehraufwand habe zum einen mit Arbeiten an der Fassade sowie einem Neuanschluss der Trinkwasserzuleitung und zum anderen mit den „seit Frühjahr vermehrt festzustellenden Verwüstungen im Objekt“ aber auch Auflagen zum Brandschutz zu tun gehabt. Außerdem habe sich die ursprünglich für Januar 2014 geplante Inbetriebnahme durch die notwendig gewordenen Baumaßnahmen auf November 2014 verschoben.

Seidel bedauerte den Entschluss und kündigte an, sich nun auf die Anmietung privater Objekte zu konzentrieren. So gebe es derzeit „einige neue interessante Angebote“, die noch geprüft werden müssten. Obwohl das Haus von der Lage und seiner Beschaffenheit eigentlich „ideal“ gewesen wäre, um den zugewiesenen Asylsuchenden zumindest vorübergehend eine Unterkunft bereit zu stellen, müsse die Stadt dennoch auch „verantwortlich“ mit den zur Verfügung stehenden Steuergeldern umgehen, so der Sozialbürgermeister abschließend. Während 2012 der Stadt 470 Asylsuchende durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zugewiesen worden sind, sollen in diesem noch einmal bis zu 684 weitere folgen. Weniger als die Hälfte der in Dresden lebenden Asylsuchenden konnte bislang dezentral in eigenen oder städtischen Wohnungen untergebracht werden.

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