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Internationaler Frauentag

Heute jährt sich zum 101. Mal der Internationale Frauentag. Der Tag für die Rechte der Frau und den Weltfrieden wird weltweit von Frauenorganisationen am 8. März begangen und entstand im Kampf um die Gleichberechtigung und das Wahlrecht. Auf Grund des historisch großen Einflusses der sozialistischen Bewegung, wurde der Tag unter den Nazis verboten. Stattdessen wurde unter den Nationalsozialisten der Muttertag zum offiziellen Feiertag. Heute gilt der 8. März in zahlreichen Ländern als offizieller Feiertag, in der Volksrepublik China ist der Nachmittag für Frauen arbeitsfrei.

Der sächsische Ableger des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) erinnerte in einer Stellungnahme daran, dass in Sachsen Frauen im Schnitt 10 % weniger als ihre männlichen Kollegen verdienen und vor allem in prekären Beschäftigungsverhältnissen tätig sind. Damit seien die finanziellen Risiken für Frauen deutlich höher als bei Männern, ein Grund dafür, dass besonders Frauen von Altersarmut bedroht sind. Die Landesvorsitzende der Sächsischen Grünen, Claudia Maicher, verwies auf die häufig fehlende Vereinbarkeit von Familie und Beruf und forderte den „wohnortnahen Ausbau von guten Kinderbetreuungsmöglichkeiten“ mit flexiblen Betreuungszeiten. Anhand der Ungleichheit auch auf politischen Entscheidungsebenen sei ihrer Meinung nach gerade in Sachsen eine gezielte Frauenförderpolitik notwendig. Die Leipziger SPD Politikerin Eva Brackelmann erinnerte an die Kürzung der Mittel für Gleichstellung durch die schwarz/gelbe Landesregierung und appellierte an die politisch Verantwortlichen, die „Ungleichverhältnisse abzustellen“. Auch der Landesvorsitzende der Jusos, Tino Bucksch, machte ebenso wie der sächsische Landesfrauenrat auf den Vorschlag der Kommissarin für Justiz, Grundrechte und Bürgerschaft Viviane Reding aufmerksam, die sich für europaweite Frauenquoten in börsennotierten Unternehmen eingesetzt hatte.

Tabelle mit den Lohnunterschieden innerhalb Europas (Quelle: OECD)

Tabelle mit den Lohnunterschieden innerhalb Europas (Quelle: OECD)

Aus einer aktuellen Studie der OECD geht hervor, dass Frauen in Führungspositionen immer noch deutlich unterrepräsentiert sind. Während ihr Anteil insgesamt in Europa bei rund 10% liegt, sind es in den Vorständen deutscher Unternehmen gerade einmal 4%. Daran hat sich auch mit der Einführung einer freiwilligen Selbstverpflichtung vor mehr als zehn Jahren nichts grundlegend geändert. Noch deutlicher wird die Diskrepanz bei den Löhnen. In keinem anderen europäischen Land ist der Unterschied bei der Bezahlung zwischen den Geschlechtern so ausgeprägt wie in Deutschland. So verdient eine in Vollzeit beschäftigte Frau im Schnitt 22 Prozent weniger als ein Mann. Ein Grund dafür ist, dass Frauen vor allem in deutlich schlechter bezahlten Berufen im Niedriglohnsektor arbeiten.

Um jetzt nicht komplett in Trauer zu verfallen, wollen wir aus gegebenen Anlass auf einen Sampler des Londoner Ninja-Tune-Labels verweisen, der von euch an dieser Stelle kostenlos gedownloadet werden kann. In der Hoffnung, dass damit wenigstens in der Kreativ- und Kulturbranche so etwas wie ein Problembewußtsein zu Fragen der Gleichberechtigung und Gleichstellung erreicht wird.

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