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21.03.2009 Geheege: NPD-Wahlkampfauftakt entpuppt sich als Nazikonzert

In der ostsächsischen Ortschaft Geheege bei Rothenburg fand heute der NPD Auftakt für den Wahlkampf statt. Die NPD-Sachsen und die Freien Kräfte luden in den 250 Seelenort ein, um im Rahmen einer Redner- und Konzertveranstaltung mit bekannten rechtsextremen Bands den Wahlkampf einzuläuten. Unter den Rednern fanden sich regionale NPD Funktionäre, wie der Landtagsmitarbeiter Andreas Storr, der für seine Zusammenarbeit mit den Freien Kräften bekannt ist. Aber auch Jürgen Rieger war für den Bundesvorstand anwesend. Zur Abrundung des Programms kündigten die Veranstalter eine Reihe namenhafter Bands an.

Angemietet wurde für den Auftakt die Tanzbar „Zur goldenen Eiche“ von Steffen Hentschel. Diese bot jedoch anscheinend nicht genügend Kapazitäten für die Anzahl der zu erwartenden Besucher, daher wurde noch ein großes Festzelt aufgebaut. Vom TÜV abgenommen, stand der Veranstaltung nichts mehr entgegen. Ab 10Uhr wurde die ländliche Idylle von einem Schwarm Autos gestört, der auf einer Wiese parken musste, da der Ort so viele Besucher noch nie zuvor erlebt hatte. Angereist waren sie aus allen Regionen der Bundesrepublik, großteils aus Sachsen, Brandenburg, Thüringen und Sachsen-Anhalt. Das Besucherpotential, von jungen Autonomen Nationalisten bis hin zu NS-Blackmetallern orientierte sich an den angekündigten Bands. Denn das Angebot war subkulturell vielfältig. Slowakischen Death-Metal gab es von „Before the War“, die bereits 2007 beim „Fest der Völker“ in Jena auftraten und Pagan-Metal von „Eugenik“ aus Gera. Die Thüringer Band war bereits bei den NPD-Open-Air in Gera unter dem Motto „Rock gegen Krieg“ bzw. „Rock für Deutschland“ dabei und pflegt gute Kontakte zur NSBM Band Absurd aus Sondershausen. Weiteren NSBM spielten „Nordglanz“ aus Frankfurt/Main. Zudem waren noch die Rechtsrockbands Skalinger aus Wolgast und die gelsenkirchener Band „Sturmwehr“ und „Blue Max“ aus Baden-Württemberg geladen. Bereits 14 Uhr waren schon fast mehr Neonazis angereist, als in der Ortschaft Menschen leben. Im Laufe des Tages sind bis zu 800 Neonazis da gewesen, die jeweils 16Euro Eintritt zahlen mussten. Die Polizeipräsenz war vor Ort kaum spürbar, lediglich etwas abseits befand sich ein Einsatzfahrzeug. Die Zufahrtswege wurden weit außerhalb kontrolliert. So konnten die Neonazis ungestört, ohne Protest eine temporäre nationalbefreite Zone errichten.

Quelle: Recherche Ost (21.03.09)

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