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Hörsaalbesetzung an Dresdner Universität

Seit mehr als drei Wochen halten Studierende in Österreich den Audimax der Universität Wien und zahlreiche andere Universitäten besetzt. Sie wollen mit den Protesten gegen schlechte Lernbedingungen und vor allem gegen den so genannten Bologna-Prozess demonstrieren.

Auch in Deutschland solidarisierten sich in der vergangenen Woche Studierende vieler Universitäten mit den Besetzungen im Alpenland und unterstützen die Forderungen der für diese Woche geplanten europaweiten „Global week of action for free education“. Zum bundesweiten Aktionstag wollen morgen Studierende, Lehrkräfte aber auch Schülerinnen und Schüler für ein besseres Bildungssystem mit gleichen Chancen für alle auf die Straße gehen.

In Dresden halten seit letzter Woche Studierende verschiedener Fakultäten den Hörsaal 81 des Pothoff-Baus besetzt. Bereits einen Tag nach der friedlichen Besetzung soll Hermann Kokenge, der Rektor der TU, damit gedroht haben, den Hörsaal räumen zu lassen.

In einem offenen Brief an Kokenge und den Kanzler der Universität, Wolf-Eckhard Wormser, erläuterten die BesetzerInnen ihr Anliegen. In Arbeitsgruppen wollen sie in den Tagen der Besetzung über mögliche Verbesserungen an der TU diskutieren. Gleichzeitig soll die Aktion das Bewusstsein bei den Studierenden für demokratische Mitbestimmung in bildungspolitischen Fragen stärken. Sie äußerten ihr Unverständnis über die angedrohte Räumung des Hörsaals und forderten die Unileitung aber auch die Studentinnen und Studenten dazu auf, sich am politischen Diskurs über nachhaltige Entwicklung in der Hochschulpolitik und damit auch eine Verbesserung der Lehre zu beteiligen. Am Freitag kam es zu einem ersten informellen Treffen zwischen einer Delegation von Studierenden und dem Rektor.

Heute Abend ist im besetzten Hörsaal ein Konzert geplant. Dazu werden noch Leute gesucht, die die Technik übernehmen wollen. Die Stimmung unter den Protestierenden ist weiterhin gut. Dennoch wäre es toll, wenn sich noch mehr Menschen an den inhaltlichen Diskussionen und Veranstaltungen beteiligen.

In der kommenden Woche plant die Konferenz der Sächsischen Studierendenschaften (KSS) eine Demonstration zur gleichzeitig stattfindenden Hochschulrektorenkonferenz (HRK) in Leipzig. Der Stura der TU Dresden hat dafür einen kostenlosen Sonderzug gemietet, der am 24.11.2009 von Dresden nach Leipzig und im Anschluss an die Demo wieder zurück fährt.

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Kommentare

  1. Arthur sagt:

    Morgen, am 17.11., wird es im Rahmen eines internationalen Aktionstages für freie und emanzipatorische Bildung in Dresden mehrere Flashmobs geben…

    Hier die genaueren Daten:

    0) Infostand:
    ab 10.00 Uhr Wiener Platz
    11.30 Uhr: Vorbereitung und Sammlung für die Flashmobs – Bitte pünktlich!

    1) Freeze-Flashmob:
    12.00 Uhr – sammeln vor der Zentrum-Galerie – Haupteingang Prager Straße
    12.01 Uhr – Freeze-Flashmob-Motto: „Gönn‘ Dir ’ne Pause BACHELOR“
    12.03 Uhr – Aufmerksamkeit nutzen und Infos an Interessierte verteilen

    2) Opfer-Flashmob:
    12.30 Uhr – sammeln vor dem Haupteingang der Altmarktgalerie (Glasdach)
    12.31 Uhr – Opfer-Flashmob-Motto: „Tatort Bologna – Opferzahl steigend!“
    12.33 Uhr – Infoverteilung

    3) Tanz-Flashmob:
    13.15 Uhr – sammeln auf Theaterplatz
    13.16 Uhr – Walzertanz-Flashmob-Motto: „Bildungspolitik im Teufelskreis“
    13.18 Uhr – Infoverteilung

    4) Limbo-Flashmob (bitte Rasseln, Bongos etc. mitbringen):
    13.35 Uhr – sammeln vor dem Landtag
    13.36 Uhr – Limbo-Flashmob-Motto: „Bildungsniveau – how low can you go“
    13.38 Uhr – Infoverteilung

    Hinweise: Bitte Umwege und verschiedene Routen nutzen → keine unerwünschte Aufmerksamkeit von Polizei, Vorwurf einer Demo vermeiden. Pünktlichkeit an den Mob-Punkten von höchster Wichtigkeit.

    Quelle: http://bit.ly/1nhUYr

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