Freiräume | Kultur

3. Christopher Street Day in Pirna

16. Juli 2014 - 08:03 Uhr

Am Samstag fand in Pirna bereits zum dritten Mal der Christopher Street Day (CSD) statt. Der Festtag ist inzwischen zu einem weltweiten Symbol gegen Diskriminierung und Ausgrenzung sexueller Minderheiten geworden und erinnert an einen Aufstand homosexueller Menschen im New Yorker Stadtteil Greenwich Village 1969. Der Protest in der Christopher Street, der sich gegen polizeiliche Schikanen und erniedrigende Kontrollen richtete, endete damals in tagelangen Straßenschlachten mit den Ordnungskräften. Erst seit diesem Tag wurde begonnen, die politischen Forderungen von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgendern nach Gleichberechtigung und Anerkennung ernst zu nehmen. In Pirna fand die dritte Auflage des Festes unter dem Motto „Liebe ist für alle da“ mit vielen Infoständen und einer Bühne inmitten des Stadtzentrums auf dem Marktplatz statt. Insgesamt werden es wohl etwa 500 Besucherinnen und Besucher gewesen sein, die ausgelassen bis tief in die Nacht hinein feierten. Auftritte gab es in erster Linie von lokalen Künstlerinnen und Künstlern wie einem Helene Fischer Double, dem DJ Frank Fahrenheit und der Last Minute Combo. Als besondere Ehrung seitens der Stadt hing die Regenbogenfahne als Zeichen der Toleranz am Rathaus, außerdem spielten auf dem Balkon der Marienkirche die Turmbläser für die Feiernden. Wie wichtig so eine Veranstaltung auch in kleineren Städten wie Pirna ist, bewiesen etwa 15 stark angetrunkene rechte Jugendliche, die für den einzigen Wermutstropfen an diesem sonst sehr gelungenen Tag sorgten. Die Gruppe, welche sich am Rande des Geschehens aufhielt, provozierte immer wieder mit Hitlergrüßen und Sieg Heil-Rufen. Aufgrund der Öffentlichkeit der Veranstaltung auf dem Marktplatz, war es den Verantwortlichen nicht möglich, die Gruppe von der Veranstaltung zu entfernen. Die ebenfalls anwesende Polizei, die nicht direkt Zeuge der Pöbeleien wurde, verhielt sich den Nazis gegenüber jedoch äußerst kollegial und gewichtete deren Beteuerungen, „nichts getan zu haben“, stärker, als die Aussagen der Organisatorinnen und Organisatoren. Weiterer Bericht mit zahlreichen Fotos: Liebe ist für alle da!

Veröffentlicht am 16. Juli 2014 um 08:03 Uhr von Paul in Freiräume, Kultur

Ergänzungen

  • Die anwesende Polizei war schlichtweg überfordert und erst als der Einsatzleiter geholt wurde, sah sie sich im Stande einzugreifen. Zeuge der Nazipöbeleien war sie sehr wohl.

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