Freiräume

Ideen für den Alaunpark gesucht

26. September 2013 - 14:03 Uhr

Noch bis zum 6. Oktober sind alle Dresdnerinnen und Dresdner dazu aufgerufen, für das von der Stadt neu erworbene westliche Teilstück des Alaunparks Ideen einzubringen. Das Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft hat eigens zu diesem Zweck eine Umfrage eingerichtet. Mit diesem Schritt möchte das Amt in Zusammenarbeit mit den UKL Landschaftsarchitekten, die sich schon für die Umsetzung der 250.000 Euro teuren östlichen Erweiterung verantwortlich gezeigt haben sowie der Anova Marktforschung Vorschläge, Meinungen und Wünsche von Parkbesucherinnen und Parkbesuchern sammeln, um sie in die anschließenden Planungen mit einfließen zu lassen. Bislang sollen sich bereits 1.000 Menschen an der Umfrage beteiligt haben.

Die aktuellen Planungen sehen für das bis 1993 von in Dresden stationierten sowjetischen Soldaten als Sport- und Exerzierplatz genutzte Gelände neben Spiel- und Sportflächen für 12- bis 18jährige auch eine Anbindung an die bestehende Parkfläche, eine Neugestaltung der Grillmöglichkeiten und die Einordnung einer Toilettenanlage am Parkeingang vor. Im Anschluss an die Onlinebefragung findet am 12. Oktober von 10 – 17 Uhr ein Planungsworkshop statt, an dem sich explizit auch Jugendliche beteiligen können. Anfang November sollen dann die Ergebnisse aus der Umfrage und dem Workshop der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Bereits Anfang September waren vor Ort Besucherinnen und Besucher des Parks befragt worden.

In den letzten Monaten war es immer wieder zu kontrovers geführten Diskussionen zur Zukunft des Parkes gekommen. Höhepunkt der Auseinandersetzung waren schließlich Vorschläge des CDU-Ordnungsbürgermeisters Detlef Sittel, der auf Grund der Müllproblematik in der Sächsischen Zeitung schärfere Kontrollen durch Polizei und Ordnungsamt angekündigt hatte. „Wir“, so Sittel gegenüber der Zeitung, „sind eigentlich keine Freunde von ordnungsrechtlichen, repressiven Mitteln, aber es ist eine Grenze erreicht, wo es nicht mehr anders geht“. In der Vergangenheit habe die Stadt jährlich rund 150.000 Euro für die Rasenpflege und die Beseitigung des vor allem bei jungen Menschen beliebten Parks in der Äußeren Neustadt ausgegeben. Auch das Thema „Lärm“ durch mitgebrachte Musikanlagen habe seiner Einschätzung nach „eine neue Dimension“ erreicht. Genau aus diesem Grund wird der Park seit den Sommermonaten von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der zum Dresdner Ordnungsamt gehörenden Polizeibehörde sowie der Polizei stärker bestreift.

Als Reaktion auf die angekündigten ordnungspolitischen Maßnahmen hatte vor rund zwei Wochen die Werbegemeinschaft Dresden-Neustadt gemeinsam mit den Neustädter Piraten, dem Ortsamt Neustadt und dem Ortsverband der SPD zu einem Aktionstag aufgerufen, um damit auf die bestehenden offenbar akuten Probleme im Alaunpark aufmerksam zu machen. Bei der Aktion sollte Besucherinnen und Besuchern des Parks in „spielerischer Form“ das Mitnehmen ihrer Hinterlassenschaften nahegelegt werden. Zugleich sollten von der Stadtreinigung die Mülltonnen geleert werden. Das erklärte Ziel der Aktion war es, damit auf die Ursachen für den Müll hinzuweisen. Ob sich damit allerdings die Personen angesprochen haben dürften, die nicht in der Lage sind, ihren Müll wieder mitzunehmen, bleibt fraglich. Schon vor vier Jahren war eine ähnliche Idee des CDU-Landtagsabgeordneten Patrick Schreiber noch kritisch begleitet worden.


Veröffentlicht am 26. September 2013 um 14:03 Uhr von Redaktion in Freiräume

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